Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V.
Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V. 

OG Osnabrück (Gegründet: 12.09.1959)

Der Vorstand (gewählt am 19.September 2015) setzt sich wie folgt zusammen:


Vorsitzende: Frieda Derche
stv. Vorsitzender: Lilli Rogolewski
Kassenführung: Elvira Leder 
Schriftführung: Jerpe Vogel
Sozialarbeit: Lilli Rogolewski
Jugendarbeit: Andreas Maurer
Kulturarbeit: Irene Pozoga       
                      Michael Adler

Vorstandsmitglied: Alexander Riedel
Kassenprüfer: Nelli Meyer
                         Natalia Gärtener
 

25 Jahre Chor „Donauwelle“

1992. Nach Osnabrück kommen Deutsche aus Russland. Nicht jeder fasst hier sofort Fuß. Es ist alles fremd, man hat neue Nachbarn, man ist verwirrt bei der Suche nach einer Wohnung, man spricht Deutsch mit großen Mängeln und ist von seiner Familie und seinen Freunden weit entfernt. Bei der Caritas in Osnabrück arbeitete damals Ottmar Steffan, der dachte, ankommende Deutsche aus Russland bräuchten eine Anlaufstelle, bei der sie Unterhaltung, Freude und Rat finden könnten. Er wandte sich daher an mich mit dem Vorschlag, einen Chor für unsere Landsleute zu bilden. Die Leitung des Chors würde Wladimir König übernehmen, der erst kürzlich aus Kasachstan gekommen sei. So begann die Geschichte unseres Chors „Donauwelle“, der nun seit 25 Jahren besteht. Viele Mitglieder unseres Chors sagen heute noch: „Damals war der Chor eine Art Sprachkurs für uns.“ Das Programm des Chors enthält vorwiegend deutsche Volklieder, die unsere Vorfahren gesungen haben. Zurzeit gehören zur „Donauwelle“ 33 Mitglieder, die sich jeden Montag um 16 Uhr in der St-Johann-Kirche zu Proben treffen. Im Laufe der Jahre sind 18 Mitglieder von uns in die Ewigkeit gegangen und schauen uns vom Himmel aus zu. Bis zum Ende waren sie unserem Chor treu. Beim Festabend, an dem wir das 25. Jubiläum des Chores feierten, ehrten wir vor allem unsere treuesten Mitglieder: Nelli Meyer, Nina Neufeld, Anita Tschilius und Frieda Dercho. Sie sind seit der Gründung des Chores dabei! Seit 15 Jahren leitet den Chor Richard Fischer. Da er und auch sein Vorgänger aus der Wolgaregion stammen, trägt unser Chor den Namen „Donauwelle“. Jedes Jahr treten wir vor dem Osnabrücker Rathaus bei der Internationalen Woche auf, und auch bei der zentralen Gedenkfeier der LmDR in Friedland sind wir immer dabei. Sechsmal im Jahr organisiert die Ortsgruppe Osnabrück Veranstaltungen, an denen sich der Chor beteiligt. Auch Einheimische besuchen unsere Veranstaltungen. Gerade von ihnen kam der Wunsch: „Wir wünschen uns, dass der Chor auch in 25 Jahren noch mit so vielen Gästen feiert!“

 

Frieda Herrmann-Dercho

Der Chor „Donauwelle“ bei einem seiner Weihnachtskonzerte

Mitgliederversammlung mit Neuwahlen

Liebe Landsleute, verehrte Mitglieder,

wir laden Sie satzungsgemäß zu unserer Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstandes der Orts- und Kreisgruppe Osnabrück ein. Sie findet am 13. Oktober 2017 um 16 Uhr im Gemeinschaftszentrum in Osnabrück, Lerchenstraße 135-137, statt.

Wir würden uns über das vollzählige Erscheinen unserer Mitglieder freuen.

Der Vorstand

Der Chor der Deutschen aus Russland aus Wolfsburg bei seinem Auftritt in der Michaelsgemeinde. Foto: Sergio Schönfeld

Gemeinsam feiern – wie in einer großen Familie 

Seit Jahren gibt es in Schladen eine aktive Gruppe von Russlanddeutschen, die sich in das Gemeinwohl des Ortes einbringen, Veranstaltungen organisieren und Arbeit mit Kindern leisten. Auch jüngere Landsleute mischen kräftig mit – wir sind wie eine große Familie. So waren wir am 18. Oktober 2014 Gastgeber des Internationalen Kulturfestivals „Kultur zwischen Tradition und Moderne“ der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft in unserem Dorfgemeinschaftshaus.  

Auch in der Vorweihnachtszeit 2015 hatte unsere Gruppe alle Hände voll zu tun. Gemeinsam mit Kindern der Fußballmannschaft wurden Plätzchen für die Weihnachtsfeier gebacken und gebastelt. Jedes Jahr unterstützen wir die jungen Fußballer mit einer Spende. Michail Wunder hatte für die Kleinen eine besondere Überraschung: Jedes Kind durfte sich über eine neue Sporttasche mit eigenem Namen freuen. 

Zur Kinderweihnachtsfeier hatten wir auch diesmal den Weihnachtsmann (A. Kriger) und das Christkind (C. Borth) zu Gast mit Geschenken für Kinder, die am geschmückten Weihnachtsbaum gespielt, getanzt und Gedichte aufgesagt haben. Abends kamen Erwachsene zum Weihnachtsfest, das traditionell vom Bürgermeister Andreas Memmert eröffnet wurde. Auch diesmal fand er herzliche und wohltuende Worte für die Veranstalter: „Mit ihrer Feier haben sie mittlerweile eine schöne Tradition begründet.“ Besonders begeistert war er vom Auftritt der jungen Tänzer Jennifer und Alexander Jäkel mit lateinamerikanischen Rhythmen. Als Ausdruck der Dankbarkeit und Hochachtung vor der Leistung der jungen und erwachsenen Aussiedler in Schladen kniete er vor dem Publikum und umarmte die beiden Kinder. Auch die Gäste, zutiefst berührt von dieser Geste und so viel Herzlichkeit, applaudierten stehend. Das gut gelungene Weihnachtsfest wurde möglich dank der großartigen Unterstützung und der vielen Spenden. Ein herzlicher Dank geht an alle Spender und alle Mitglieder der Gruppe, die sich an der Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Weihnachtsfeier mit viel Kreativität beteiligt haben. 

 

Minna Egel (Leiterin der Veranstaltung)

Weihnachtsfeier von 19.12.2015

Ich möchte dem Vorstand der Ortsgruppe Osnabrück ein großes Lob aussprechen. Am 19.12.2015 feierten wir im Gemeindehaus Dodesheide ein herrliches Weihnachtsfest. Es wurden in den vergangenen Jahren schon viele Feste gefeiert, aber diesmal übertraf es alles. Der Saal, die Tische waren weihnachtlich geschmückt: der Tannenbaum, Kerzen, Mandarinen, Pralinen (Spende aus dem Laden „Gastronom“), Kaffe, Tee und zum Abschluss noch Ploff und Manty. Der Abend wurde mit der Begrüßung der Vorsitzenden Frieda Dercho eröffnet. Der Chor sang schöne Weihnachtslieder. Besonders rührend war das Gedicht über die Besinnlichkeit  der Weihnachtszeit, vorgetragen vom Gast des Abends, Monsignore Dr. Alexander Hoffmann, Visitator für die katholischen Gläubigen aus der GUS. Seine kurze Predigt und das gemeinsame Beten „Vater unser“ gab der ganzen Feier einen besonders feierlichen Sinn. Der großartige Weihnachtsmann mit Geschenken, Tanzen und Witze gaben allen das Gefühl eines fröhlichen Beisammenseins. 

 

 

Agnes Seder   

250 Jahre wolgadeutsche Kolonie Mariental – die Erinnerung an unsere Wurzeln aufrechterhalten  

2016 feiert die ehemalige deutsche Kolonie Mariental (früher Tonkoschurowka, heute Sowjetskoje) im Wolgagebiet ihren 250. Gründungstag. Die Feierlichkeiten anlässlich des denkwürdigen Ereignisses finden am 16. Juni 2016 16.06. statt. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Ich wende mich an die ehemaligen Marientaler und ihre Nachkommen mit dem Appell, diese Vorbereitungen zu unterstützen und an der Feier teilzunehmen.  

Die Kolonie Mariental auf dem linken Ufer des Bolschoj Karaman auf der Wiesenseite der Wolga wurde am 16. Juni 1766 gegründet. In seiner Geschichte durchlitt Mariental Raubüberfälle, Epidemien, Hungersnöte, Massenerschießungen, Entkulakisierung, Repressionen und schließlich die massenhafte Deportation 1941. 

Schon in den ersten Gründungsjahren litt Mariental unter den Überfällen der Nomadenvölker und der gewaltsamen  Verschleppung der Deutschen in die Sklaverei. In der Sowjetzeit wurde die Kolonie zum Übungsfeld für organisierten Raub, Hunger (1921-1922, 1924, 1932-1933) und bolschewistischen Terror. Während der Bauerunruhen 1921 wurden in Mariental über 300 Einwohner Opfer des roten Strafkommandos, etwa 80 von ihnen wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt. 

Doch die Geschichte von Mariental wurde nicht nur von Elend und Leid geprägt. Dank dem Fleiß und der Geschäftstüchtigkeit der Kolonisten verwandelte sich die Siedlung mit der Zeit in eine blühende Ortschaft, wo der Anbau von Getreide, Tabak, Gemüse und Früchten sowie die Viehzucht zum Wohlstand beitrugen. Die örtlichen Geschäftsleute waren unter anderen Adolph Klein, Besitzer der ersten dampfbetriebenen Mühle und eines Handelszentrums, Martin Gerstner, Großgrundbesitzer und Geschäftsführer der Warenhäuser der Konsumgenossenschaft, Johannes Schneider, Inhaber eines Schlachthofes mit einer Fleischwarenräucherei, oder Heinrich Obholz, Eigentümer eines Geschäftes für Einzelhandelswaren und örtlicher Seifenproduzent. Sie alle wurden die ersten Opfer der Sowjetmacht. 

Im Zentrum der Siedlung ragte die katholische Kirche in den Himmel, die 1834 zum ersten Mal eingeweiht wurde und 1849 nach der endgültigen Fertigstellung zum zweiten Mal. 1917 zählte die Pfarrgemeinde 8.000 Gläubige. In der Sowjetzeit wurde die Kirche geschlossen und das Gebäude zuerst als Getreidespeicher und später als Kulturzentrum genutzt. In den 1990er Jahren im Zuge der neuen Autonomiebewegung und antideutschen Stimmung im Wolgagebiet wurde die ehemalige Kirche infolge eines Brandes völlig zerstört und ist heute eine Ruine und Touristenattraktion.     

1941 wurden die Deutschen nach Sibirien und Kasachstan deportiert, in ihrem Herzen und ihrer Erinnerung ist die Heimat Mariental dennoch immer noch lebendig. Ganz anders im Leben des Dorfes Sowjetskoje. Deutsche wurden hier mit Argwohn empfangen, die Geschichte der ehemals deutschen Kolonie war hier weitgehend in Vergessenheit geraten. Auch ich habe meinen Geburtsort Mariental erst im September  1997 – genau 56 Jahre nach dem verleumderischen Deportationserlass – besucht, damals lebte ich bereits seit sechs Jahren in Deutschland und stieß im ersten Augenblick auf Ablehnung. 2000 besuchte ich Mariental-Sowetskoje mit einer Gruppe der katholischen Kirche, die das Projekt „Marx an der Wolga“ unterstützte. Im Juli 2006 hatte ein „Goldenes Gästebuch“, wo ich die Geschichte von Mariental in Bild und Wort nachzeichnete – von der Ansiedlung bis zur Deportation der Deutschen 1941. In der Dorfverwaltung erzählte ich über das Ziel meines Besuches, nämlich, dass ich möchte, dass die heutigen Dorfbewohner, insbesondere die Jugend, die Geschichte ihrer Heimat, die Geschichte der ersten Ansiedler und ihrer Nachfahren, die 1941 ihrer Heimat schuldlos beraubt wurden, besser kennen lernen. Das symbolhafte Gästebuch wurde in der Museumsstube der Schule ausgelegt. Schon bald wurde hier dank dem Engagement der Lehrerin Wera Petrowna Awtonomowa die Jugendgruppe „Poisk“ (Suche) ins Leben gerufen, die alteingesessene Bewohner befragte, in verschiedenen Quellen recherchierte und alte Haushaltsgegenstände für das Schulmuseum sammelte.  Auch ich sammelte alles Mögliche zur Dorfgeschichte – Fotos, Dokumente, Erinnerungen, Bücher etc. – und schickte sie an die Schule. 

Bei meinem Besuch im Herbst 2009 konnte ich mich von den Erfolgen der Such- und Sammelaktion selbst überzeugen. Auch in Deutschland organisierte die „Arbeitsgruppe der Landsleute aus Mariental an der Wolga“ ein Treffen in Osnabrück, um die Erinnerungen an unsere Wurzeln in der alten Heimat lebendig zu halten. 

Uns, Nachkommen der Gründersiedler in Mariental, die heute in Deutschland leben, liegt die heutige Geschichte unserer ehemaligen Heimat am Herzen. Ich wende mich an alle ehemaligen Marientaler und ihre Nachkommen, die Vorbereitungen zum Jubiläum durch Spenden zu unterstützen. Der gesammelte Betrag wird für Gedenktafeln, Kranzniederlegungen und die Arbeit im Deutschen Kulturzentrum verwendet. 

 

Frieda Dercho (für weitere Infos stehe ich jederzeit unter 0541-65976 zur Verfügung) 

Bankverbindung für Spenden:

LmDR OG Osnabrück, Kontonummer 48835, Sparkasse Osnabrück, BLZ: 26550105, Stichwort „Mariental“.

Landsmannschaftliches Weihnachtsfest am 19.12.2015

Der Vorstand der Ortsgruppe Osnabrück lädt alle Mitglieder und Freunde der Landsmannschaft in Osnabrück und Umgebung zum landsmannschaftlichen Weihnachtsfest am 19.12.2015  um 16 Uhr in der Lerchenstraße 135-137, 49088 Osnabrück ein. Für die musikalische Umrahmung der Feier mit Msgr. Alexander Hoffmann (Seelsorgestelle der Deutschen Bischofskonferenz für die Gläubigen aus der GUS) sorgt der Chor der Landsmannschaft mit einem festlichen Programm. Anmeldung bis zum 12.12.2015 unter 0541-65976 oder 0541-189445.

 

Der Vorstand

 

Der Vorstand wurde am 19.09.2015 neu gewählt

Einladung zur Neuwahl

Liebe Mitglieder der Landsmannschaft und Landsleute aus der Umgebung von Osnabrück. Im Jahr 2015 ist es wieder soweit: Unsere Amtszeit ist zu Ende. Der Vorstand der Kreisgruppe Osnabrück lädt Sie ganz herzlich zu unserer Mitgliederversammlung mit Neuwahlen  des Vorstandes ein. Die Versammlung findet am 19.09.2015 um 15 Uhr in der Lerchenstraße 135-137 (49088 Osnabrück) statt. Die Tagesordnung wird den Mitgliedern zugeschickt. Anschließend bieten wir Ihnen ein Konzert mit dem Chor „Wolgawelle“ und Tanz an. Um vollzähliges Erscheinen unserer Mitglieder bitten wir freundlich. Wir weisen Sie ausdrücklich auf § 18 Abs. 7 der Satzung der Landmannschaft.

TAGESORDNUNG:

  • Eröffnung;
  • Beschlussfassung über die Tagesordnung;
  • Wahl einer Versammlungsleitung;
  • Wahl einer Mandatskommission;
  • Tätigkeitsbericht des Vorstandes;
  • Bericht des Kassenwarts;
  • Bericht der Kassenprüfungskommission;
  • Aussprache zu den Berichten;
  • Bericht der Mandatskommission;
  • Feststellung der Beschlussfähigkeit;
  • Entlastung den bestehenden Vorstandes;
  • Neuwahlen des Vorsitzendes und der Vorstandmitglieder;
  • Wahl der Kassenprüfungskommission;
  • Verschiedenes;

 Änderungen vorbehalten.  

Der Vorstand                                  

 

 

 

Gute Zusammenarbeit – Ausstellung im Kreishaus

 

 

In den neunziger Jahren kamen Hunderttausende Spätaussiedler aus Russland in die Bundesrepublik Deutschland. Allein im Landkreis Osnabrück ließen sich in den neunziger Jahren rund  30.000 Russlanddeutsche nieder. Kreisrat Winfried Wilkens betonte in seinem Grußwort bei der Eröffnung der Ausstellung, dass die Region menschlich, kulturell und auch ökonomisch profitiert habe. Der Landkreis habe durch diese Zuwanderung gelernt, mit Integrationsfragen systematisch, lösungsorientiert und im Dialog mit den Betroffenen umzugehen. Wilkens und Frieda Hermann-Dercho, Vorsitzende der Kreisgruppe Osnabrück Stadt und Land, hoben zudem die gute Zusammenarbeit zwischen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem Landkreis Osnabrück hervor. Projektleiter Jakob Fischer stellte in seinem Beitrag kenntnisreich die wechselvolle Geschichte der Deutschen aus Russland vor. Dazu sorgte der Chor „Wolgawelle“ bei der Eröffnung mit Volksliedern für die passende musikalische Begleitung.

 

 

 

Deutsche aus Russland Wanderausstellung über Zuwanderungs-Geschichte Osnabrück 

In den 90er Jahren kamen Hunderttausende Spätaussiedler aus Russland nach Deutschland. Mit dieser Thematik befasst sich die Ausstellung „Deutsche aus Russland, Geschichte und Gegenwart", die jetzt im Kreishaus Osnabrück zu sehen ist. Sie dokumentiert, wie die Zuwanderer unter oftmals schwierigen Bedingungen in der neuen Umgebung ihre Integration meisterten. Die Wanderausstellung ist Teil eines bundesweiten Integration sprojektes. Gefördert wird sie vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Sie zeigt Spuren und Emotionen deutsch-russischer Verknüpfungen. Sie illustriert die Historie und das wechselvolle Schicksal sowie die kulturellen Verknüpfungen der Russlanddeutschen mit dem riesigen Land Russland und ihre Integration in Deutschland. Allein im Landkreis Osnabrück ließen sich in den 90er Jahren rund 30000 Russlanddeutsche nieder. Dokumentiert wird die Geschichte der Auswanderung Deutscher nach Russland. Ab 1 765 folgten viele dem Aufruf der Zarin Katharina der Großen. Nach einer fast 200-jährigen wechselvollen Geschichte, die weitgehend von Wertschätzung für die Deutschen in Russland geprägt war, folgte 1941 der Tiefpunkt nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Zigtausende Russlanddeutsche verloren ihr Leben durch Deportation, Verschleppung und Ermordung, weil der sowjetische Diktator Stalin sie der Kollaboration mit Hitler-Deutschland verdächtigte. Seit 1950 konnten dank geduldiger Diplomatie und erfolgreicher Entspannungspolitik rund 2,8 Millionen deutsche Aussiedler aus der damaligen UdSSR nach Deutschland zurückkehren. In den 1990er Jahren kamen weitere Hundertausende zurück in das Land ihrer Vorfahren. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. 7. im Kreishaus zu sehen. Der Eintritt ist frei.  

 

Der Chor fördert das Selbstwertgefühl seiner Mitglieder

Die Ortsgruppe Osnabrück kann auf eine lange Tradition der landsmannschaftlichen Arbeit zurückblicken, auch sie gehört zu den ältesten Ortsgliederungen der Landsmannschaft in Niedersachsen und wurde im September 1959 ins Leben gerufen. Die engagierte Vorsitzende ist seit 2000 Frieda Dercho. Es wird keine Gelegenheit verpasst, für die Landsmannschaft zu werben. Wie beispielsweise beim Deutschen Katholikentag im Mai 2008, wo die Ortsgruppe einen Stand hatte. Der sämtliche Vorstand legte sich kräftig ins Zeug und rückte in voller „Ausrüstung“ an, inklusive der landsmannschaftlichen Fahne, der Vereinszeitung „Volk auf dem Weg“, einer Fülle von  Informationsmaterial zum Mitnehmen und kulinarischen Leckerbissen.

Die kulturelle Breitenarbeit der Ortsgruppe richtet sich nach den Höhepunkten des deutschen Kirchenkalenders. Und so werden die Landsleute zum „Tanz in den Mai“, Erntedankfest, Karneval oder Frühlingsfest geladen. Zum Jahresschluss organisiert die Ortsgruppe Weihnachtsfeste für Kinder. Jedes Mal kommen einige russlanddeutsche Unternehmer, die Lebensmittelgeschäfte betreiben, der Landsmannschaft entgegen und spenden Weihnachtsgeschenke.

Seit Jahren genießt der Chor (gegründet 1992) der Ortsgruppe Osnabrück einen guten Ruf nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch über die Grenzen hinaus. Mit einem umfangreichen Repertoire von deutschen, russischen und ukrainischen Liedern tritt er bei den landsmannschaftlichen Veranstaltungen, Treffen der Wolgadeutschen, Stadtfeierlichkeiten oder in Altenheimen auf. Seit 2005 erfreut die Tanzgruppe „Souvenir“ (zuerst unter dem Namen „Born“) die Einwohner der Stadt Osnabrück und der Umgebung mit ihrem unverwechselbaren Kolorit und tänzerischem Können. Auch die Auftritte bei landsmannschaftlichen Veranstaltungen wie Kulturfestivals oder Projekttage mit Partnerregionen Tjumen und Perm waren ein Erfolg. Das Repertoire der Tanzgruppe umfasst eine breite Palette verschiedener Richtungen der Tanzkultur vieler Völker Europas und Asiens.

Die Senioren der Ortsgruppe Osnabrück versammeln sich regelmäßig zu Treffen mit Gesang und Tanz. Zweimal im Jahr werden Wochenreisen nach Oerlinghausen in das St. Hedwig-Haus organisiert. Chormitglieder und andere Landsleute versammeln sich auch jedes Jahr zum Gedenken an die Opfer der Vertreibung am Heger Friedhof Osnabrück. Hier hat die Ortsgruppe auf Spenden ihrer Mitglieder einen Gedenkstein aufgestellt: „Allen Russlanddeutschen zum Gedenken, die in der Fremde ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Ihre Gräber liegen in der Ferne, doch leben sie weiter in unseren Herzen.“

Frieda Dercho zum 80. Geburtstag

Die Landesgruppe Niedersachsen und die Ortsgruppe Osnabrück gratulieren ganz herzlich Frieda Dercho, der langjährigen Ortsgruppenvorsitzenden, zum 80-jährigen Jubiläum.

Geboren 1935 in Mariental/Wolga wurde Frieda Dercho nach Sibirien (Altairegion) deportiert. Dem Traum, Ärztin zu werden, stand ihre deutsche Nationalität im Wege. So wurde sie Lehrerin und blieb der pädagogischen Tätigkeit 36 Jahre lang treu. 1964 zog die zweifache Mutter mit ihrer Familie in die Region Krasnojarsk, nur zu gern wäre sie an die Wolga zurückgegangen. Als sich die Hoffnungen auf die Wiederherstellung der Wolgarepublik als Illusion erwiesen, wanderte sie nach Deutschland aus. Im Oktober 1990 „landete“ Frieda Dercho in Osnabrück und wurde bereits ein Jahr später in den Vorstand der Ortsgruppe Osnabrück der Landsmannschaft gewählt.                                                                                             

Vom ersten Tag an unterstützt sie ihre Landsleute mit Rat und Tat – seit genau 18 Jahren. Die ehemalige Lehrerin aus Sibirien kümmerte sich um Familienzusammenführung und Beratung, wurde dann stellvertretende Vorsitzende und steht seit 2000 engagiert an der Spitze der Ortsgruppe. Für ihr unermüdliches Engagement zur Integration der Deutschen aus Russland wurde sie mit der silbernen Nadel der Landsmannschaft ausgezeichnet.                                                                                                                          Im Rahmen des landesweiten Projektes „ Angekommen“ wurde sie 2007 mit dem „Niedersachsen Ross“ für eine beispielhafte Integration ausgezeichnet. 2010 wurde Dercho mit dem Yilmaz-Akyürek-Preis der Stadt Osnabrück gewürdigt. Damit wurde insbesondere ihr außerordentliches Engagement bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und ihre engagierte Unterstützung der in Osnabrück lebenden Aussiedler anerkannt.

 

 

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