Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V.
Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V. 

Bestandteil der gesamtdeutschen Geschichte

Zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft in Friedland

 

Bereits zum dritten Mal in Folge (am 29. August2009) fand die zentrale Trauerfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland zum Gedenken an unsere Opfer der Verfolgung und Vertreibung nach dem Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Sowjetunion vom 28. August 1941 „Über die Umsiedlung der Deutschen, die in den Wolga-Rayons leben“ auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers Friedland (Niedersächsisches Zentrum für Integration) statt.

 

Wie auch in den vergangenen Jahren wurde die Veranstaltung von den Aktiven der Landesgruppe Niedersachsen unter der Leitung der Vorsitzenden Lilli Bischoff organisiert. An der Gedenkfeier nahmen etwa 500 Landsleute und Gäste aus ganz Deutschland teil. Die Landesvorsitzende Lilli Bischoff betonte in ihrer Begrüßungsansprache, dass man für die Gedenkfeier kaum einen besseren Ort finden könne als Friedland, das bereits in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, vor allem aber nach dem rapiden Anstieg der Aussiedlerzahlen gegen Ende der 80er Jahre und in den 90er Jahren eine überragende Rolle in der Heimkehrbewegung der Deutschen aus Russland gespielt habe und zum Symbol ihres ersehnten Neubeginns in der Heimat ihrer Vorfahren geworden sei. Viele Landsleute, die an der Gedenkfeier teilgenommen hatten, verbrachten in Friedland eine längere Zeit und konnten dadurch das Gefühl erleben, hier in Deutschland endlich zu Hause angekommen zu sein.

 

In den Grußworten wurde von allen Rednern hervorgehoben, wie wichtig es sei, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, erinnerte in seiner Ansprache an das beispiellos schwere Schicksal der Deutschen aus Russland, die trotz ihrer längst erwiesenen Unschuld nach wie vor auf eine Rehabilitation seitens der Russischen Föderation als Rechtsnachfolgerin der Sowjetunion warten. Gleichzeitig bedauerte Fetsch, dass die Deutschen aus Russland inzwischen zwar rund 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland stellten, ihre Geschichte sowie ihre vorbildlichen kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen den meisten Einheimischen jedoch nur sehr unzureichend bekannt seien.

 

Die Hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, überbrachte den Teilnehmern der Feier ein Grußschreiben unter anderem mit den Worten: „Die Hessische Landesregierung erkennt das schwere Leid an, das die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion während und nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren mussten, und weiß um die Verantwortung ihnen gegenüber.“

 

Nach weiteren Ansprachen des Beauftragten der Niedersächsischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Rudolf Götz, des Aussiedlerbeauftragten der SPD-Landtagsfraktion, Klaus-Peter Bachmann, des Bürgermeisters der Gemeinde Friedland, Andreas Friedrichs, und Fritz Oerke von der Friedlandhilfe würdigte der Minister für Inneres, Sport und Integration des Landes Niedersachsen, Uwe Schünemann, in seiner Festrede das tragische Schicksal der Deutschen in der Sowjetunion, das unabdingbarer Bestandteil der gesamtdeutschen Geschichte sei und verstärkt in das Bewusstsein der einheimischen Bevölkerung gerückt werden müsse. Der Minister befürwortete eine verstärkte Einbeziehung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und insbesondere ihres berufenen Kulturreferenten Dr. Alfred Eisfeld in die Planungen.

 

Im Anschluss an die Festrede trug die Vorsitzende der Ortsgruppe Espelkamp der Landsmannschaft, Magdalena Merdian, die Erinnerungen der 1925 in Balzer an der Wolga geborenen Zeitzeugin Emma Bayer vor, der es wie so vielen ihrer Generation erst nach Jahrzehnten voller Diskriminierungen vergönnt war, mit ihrer Familie eine echte Heimat in Deutschland zu finden.

 

Abgeschlossen wurde die gut besuchte Gedenkfeier mit Kranzniederlegungen an der Friedlandglocke und am Mahnmal, bei denen der evangelische Lagerpastor Martin Steinberg und der Visitator für die katholischen Deutschen aus Russland und den anderen GUS-Staaten, Dr. Alexander Hoffmann, die Andachten hielten. Den musikalischen Rahmen gestalteten die landsmannschaftlichen Chöre aus Hannover und Wolfsburg.

 

VadW

 

 

 

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© Svetlana Judin