Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V.
Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V. 

„Hab Sonne im Herzen, und alles wird gut“

Der Chor „Die klingende Runde" feierte sein 25. Jubiläum

 

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“- mit diesen schönen Worten aus dem Lied von Dietrich Bonhoeffer eroberte der Chor „Die klingende Runde“ der Ortsgruppe Hannover bei dem Konzert zu seinem 25. Jubiläum von Anfang an die Herzen des Publikums. Es wurde in den Dietrich-Bonhoeffer- und Epiphanias Kirchen gesungen, zu unserem Erstaunen waren beide Kirchen voll von Zuhörern. Angesichts des 25-jährigen Bestehens wurden nicht nur viele liebe Grüße und Glückwünsche geäußert, sondern auch zahlreiche Geschenke überreicht: von den Pastoren beider Kirchen, dem langjährigen Seelensorger der Aussiedler Pastor Habenicht, der Vorsitzenden der Landesgruppe Niedersachsen Lilli Bischoff und der Vorsitzenden der Ortsgruppe Hannover Lilli Hartfelder. Auch der Bezirksbürgermeister Hans Batterfeld und der SPD-Abgeordnete Stefan Schostok kamen zu unserem Jubiläumskonzert.

Zwei Stunden lang unterhielt „Die klingende Runde“ ihr Publikum mit geistlichen und Heimatliedern sowie modernen Weisen. Zu Tränen konnten die Sängerinnen und Sänger die Zuhörer mit den Liedern „O Herr, gib Frieden“ (abwechselnd mit russischem Text „Tebe pojom“) und „Ich bete an die Macht der Liebe“ rühren. Es wurde muckmäuschenstill, als der Chor den russischen Klassiker „Odnoswutschno swenit kolokoljtschik“ anstimmte. Auch der Liedvortrag „Ein schöner Tag“ von Ruthenberg war der Höhepunkt des Programms. Einige Weisen sangen die Zuschauer mit, und bei „Der Mond hält seine Wacht“ schunkelte der ganze Saal im Takt. Zum Schluss belohnte das Publikum die überragende Leistung des Chores mit stehendem Applaus. Es war ein gelungenes Fest zu unserem 25. Jubiläum.

Dabei hat es vor 25 Jahren klein angefangen. Damals trafen sich acht oder zehn Leute aus der ehemaligen Sowjetunion, die erst vor kurzem ihre neue Heimat in Deutschland gefunden hatten. Wir hießen „Spätheimkehrer“, vieles hier war für uns neu, und wir hatten nur einen Wunsch: Uns so schnell wie möglich einzugliedern, Sprache, Sitten und Kultur zu lernen. „Bei uns ist Gesang die erste Stufe zur Bildung“, soll Johann von Goethe mal gesagt haben. Da wir eine große Vorliebe zum Singen hatten, nahmen wir uns diesen Spruch zu Herzen und fingen an, deutsche Lieder zu lernen. Es machte uns so viel Spaß, dass wir einen Chor gründeten.

Alma Fichtner, die damalige Vorsitzende der Ortsgruppe Hannover, hat mit der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche die Räumlichkeiten für die Chorproben vereinbart. Und wir sind der Kirche nach wie vor sehr dankbar dafür, dass wir da bis heute üben dürfen. Inga Huber, damals Studentin der Musikschule Hannover, übernahm die Chorleitung und brachte uns 20 Jahre das richtige Singen bei (viele konnten nicht mal die Noten lesen). Für ihr Engagement, ihre Geduld und ihr Können bedanken wir uns aus ganzem Herzen bei Inga.

Mit der Zeit ist der Chor immer größer geworden. Seit Jahren verbindet uns viel mehr als nur das Singen. Unsere singende Gemeinschaft ist zu einer großen Familie zusammen gewachsen, in der man Freude und Sorgen miteinander teilt.

Der Chor tritt regelmäßig in Kirchengemeinden zu verschiedenen christlichen Anlässen sowie bei besonderen festlichen Anlässen wie Konfirmationen, Taufen und Hochzeiten. Zu den Höhepunkten gehörten Auftritte bei Bundestreffen der Landsmannschaft, und bei jedem Landestreffen hatten wir die Feierstunde musikalisch begleitet. Auch bei einigen Kranzniederlegungen in Friedland war unser Chor mit dabei. Oft werden wir von den Vereinen der Vertriebenen aus Schlesien, Pommern oder Ostpreußen zum Singen eingeladen. „Die singende Runde“ engagierte sich musikalisch schon mal bei Wahlveranstaltungen und wirkte bei Integrationsveranstaltungen für Aussiedler in Hannover und Umgebung mit, wie z.B. beim Projekt „Angekommen“ im Landtag und im Kuppelsaal in Hannover. Auch zu traurigen Anlässen haben wir bereits oft gesungen, denn auch von uns sind einige Mitglieder für immer gegangen.

Sicher hatte auch unser Chor seine Höhen und Tiefen. Wir waren sehr traurig und verzweifelt, als Inga uns verlassen hatte. Um so mehr sind wir froh und glücklich, dass Annelie Böttcher unseren Chor übernommen hat und uns mit viel Toleranz, Humor, Liebe und Können Mut zum Singen macht. So, dass wir uns schon trauen, Stücke aus Musicals und Opern zu singen. Wir danken dir, Annelie, dass du uns nicht in Stich gelassen hast, und weiter Spaß am Singen vermittelst. Und wir hoffen, dass nach unseren Konzerten einige Menschen Lust auf das Singen bekommen. Denn wir würden uns auf jedes neue Chormitglied freuen, besonders gefragt sind Männerstimmen.

Ein unbekannter Verfasser hat sehr gut den Sinn des Singens beschrieben: „Hab ein Lied auf den Lippen, dann komme was mag! / Das hilft dir verwinden den einsamen Tag! / Hab ein Lied auf den Lippen, verlier nie den Mut. / Hab Sonne im Herzen, und alles wird gut!“ Und das stimmt! Macht mit, liebe Hannoveraner!

Im Auftrag des Chores, Erika Herr

 

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