Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V.
Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Niedersachsen e.V. 

Aktuelles

Stellenbeschreibung für den Ehrenamtskoordinator

CDU - Renten

Am 21. November 2018 lud der Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Kai Seefried MdL, Vertreter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und weitere interessierte Gäste aus den Reihen der Spätaussiedler ins Wilfried-Hasselmann-Haus der CDU ein. 

Zu der Veranstaltung erschienen zahlreiche Gäste, um  mit der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Editha Westmann MdL, sowie dem Bundesvorsitzenden des Netzwerks Aussiedler der CDU Deutschlands, Heinrich Zertik über die Anliegen der Spätaussiedler zu sprechen.

Im Laufe des Abends fokussierte man sich insbesondere auf das Thema Fremdrenten bei den Spätaussiedlern. Denn aufgrund einer Rentenkürzung im Jahr 1996 ist ein erheblicher Anteil der Menschen aus unserer Bevölkerungsgruppe von Altersarmut bedroht. 

Nach einer langen Vorarbeit der Landsmannschaft, insbesondere der Landesvorsitzenden Frau Lilli Bischoff,  startete die CDU  Niedersachsen eine entsprechende Bundesratsinitiative, die vorsieht, einen neuen Gesetzesentwurf einzubringen, der diese ungerechte 40% Kürzung abschafft. Unterstützend soll die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland eine Unterschriften-Aktion mit der gleichen Forderung in die Wege leiten.

Der Abend verlief in einer freundlichen und konstruktiven Arbeitsatmosphäre und führte bei den Anwesenden zur Erkenntnis, dass nur eine aktive Beteiligung aus unseren Reihen zu positiven Ergebnissen für uns führen kann.

Der Landesvorstand

  

Ordentliche Delegiertenversammlung mit Neuwahlen des Bundesvorstandes und des Bundesvorsitzenden

Auf dem Foto: Delegierte der Ortsgruppen aus Niedersachsen

 

Am 13. Und 14. Oktober 2018 fand in Fulda die ordentliche Delegiertenversammlung mit Neuwahlen des Bundesvorstandes und des Bundesvorsitzenden statt.

Die Wahl verlief in einer sachlichen und freundlichen Atmosphäre. Mit einer knappen Mehrheit entschied man sich beim Vorsitz für Herrn Johann Thießen. In dem neuen Bundesvorstand werden wir in den folgenden drei Jahren vertreten durch: Frau Lilli Bischoff, Frau Valentina Dederer, Herr Dietmar Schulmeister, Herr Ewald Oster, Herr Walter Gauks und Frau Albina Nazarenus-Vetter.

Die Delegierten aus Niedersachsen wünschen den frisch gewählten Vertretern unserer Landsmannschaft neue Ideen, tatkräftige Ausführung der vorhandenen Pläne und ein konstruktives Arbeitsklima in allen ihren Vorhaben.

Der Landesvorstand

 

Interkulturelles Sportfest der Landesgruppe Niedersachsen in Friedland Eröffnung der Sonderausstellung des Museums Friedlandin der Nissenhütte

 

Zum achten Mal in Folge veranstaltete die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland am 11. August 2018 ihr traditionelles interkulturelles Sportfest im Grenzdurchgangslager Friedland –Niedersächsisches Zentrum für Integrationunter dem Motto „Sport verbindet – Vielfalt auch“. Das Sportfest wird seit 2011 jährlich vom Landesverband Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Kooperation mit dem Grenzdurchgangslager Friedland organisiert und von der Landesregierung gefördert. Die Schirmherrschaft über das diesjährige Fest übernahm der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius. In seiner Abwesenheit hat ihn Stephan Manke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, vertreten.

 

Das alljährliche Sportfest versammelte auch diesmal Sportbegeisterte und Sportfans aus den naheliegenden Ortsgruppen der Landsmannschaft (Hannover, Wolfsburg, Nienburg, Salzgitter, Barsinghausen, Rotenburg, Osterode, Gifhorn) sowie Sportfreunde aus der Reihe der Bewohner (Aussiedler, Asylbewerber und Flüchtlinge) im Grenzdurchgangslager Friedland. 

Auch zahlreiche Gäste aus Politik und Öffentlichkeit folgten der Einladung des Landesverbandes, darunter Klaus Bittner, Dr. Frank Frühling, Dennis Ludwig und Astrit Franz vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, Dr. Dursun Tan und Anne Remmers von der Niedersächsischen Staatskanzlei,EdithaWestmann, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Dunja Kreiser und Uli Watermann von der SPD-Landtagsfraktion, Uwe Schünemann, stellv. Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion,Stefan Wenzel, MdL B90/die Grüne, Andreas Friedrich, Bürgermeister Gemeinde Friedland, Dr. Steffen Wiegmann, wissenschaftliche Leitung des Museums Friedland, Detlef Schütte, Referatsleiter der Außenstelle Friedland (BAMF), und Heinrich Hörnschemeyer, Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland. 

Bei so viel Zuspruch hatten die Mitglieder des Landesvorstandes alle Hände voll zu tun. Im Laufe des Tages wurden Freundschaftsspiele in Minifußball (für Kinder im Alter bis 14 Jahre),Volleyball, Tischtennis und Schach ausgetragen. Auch für die kleinen Gäste gab es jede Menge Spiel und Spaß, während die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich in den verschiedenen Sportarten in Kräften gemessen haben.Für die einzelnen Sportarten waren Waldemar Lupp (Fußball), Alexander Rudi (Volleyball), Artur Neumann (Schach) sowie Eugen Major und Alexander Moor (Tennis) verantwortlich. Wie schon vorher hatte die Landsmannschaft vielseitige Unterstützung vom Jugendzentrum für Sport und Freizeit „BRAVO“ der Caritasstelle in Friedland.

Die Preisverleihung war in ein buntes Kulturprogramm eingebettet, das die Hobbytanzgruppe„Sirtaki“ (Leiter: Jakob Kremer) zum Besten gab. Schon mehrfach hat die Tanzgruppe aus Wolfsburg bei landsmannschaftlichen Veranstaltungen und Kulturfestivals für gute Laune gesorgt. Bei der abschließenden Siegesehrung mit der Verleihung der Urkunden, Medaillen und Pokalen gab es noch eine Steigerungsform der guten Laune. Die Auszeichnungen wurden den Gewinnern von den Ehrengästen Editha Westmann, Dunja Kreiser und Stefan Wenzel überreicht. 

Den großen Pokal für den Mini-Fußball erhielten die jungen Fußballer aus Osterode und Gifhorn. Auf dem zweiten Platz landete die gemischte Fußballmannschaft der Friedland-Bewohner. Auch der Pokal für Volleyball ging diesmal an die Deutschen aus Russland – den PSV aus Braunschweig. Auch die zweite Platzierung fiel an die Landsmannschaft (TUS Bothfeld I). Beim Tenniswettkampf und beim Schachwettbewerb war der 16-jährige Aussiedler Martin Fromm der Gewinner, der erst gekommen ist und noch in Friedland wohnt.              

Im Rahmen des Sportfestes wurde noch vor der Siegerehrung in der Nissenhütte des Grenzdurchgangslagers eine neue Sonderausstellung, der zweite Abschnitt des Museums Friedland, feierlich eröffnet. Teilnehmer und Gäste des Sportfestes konnten sich die neue Sonderausstellung unter dem Titel „… entscheidend ist auf dem Platz – Sport und Integration in Niedersachsen und Deutschland“, welche die Bedeutung des Sports für die Integrations- und Eingliederungsprozesse reflektiert und auch Biographien von Zuwanderern in den Fokus rückt, anschauen. Das Zitat stammt vom deutschen Fußballer und Trainer Alfred Preißler (1921-2003) und lässt sich nicht nur auf den Sport sondern auch auf Integration anwenden. „Der Sport kann einen Rahmen bieten für Begegnung. Ob die Integration dann aber tatsächlich gelingt, hängt von vielen Faktoren ab“, sagte der Ausstellungskurator Dr. Steffen Wiegmann. Die Erfahrung, dass der Sport die Integration erleichtert, haben auch viele russlanddeutsche Spätaussiedler gemacht. Die Ausstellung wird bis Sommer 2019 zu sehen sein.

 

VadW / LG Niedersachsen

Fotos: LG Niedersachsen

 

 

Die Landsmannschaft „Freundschaft über die Grenzen“ –Projekttage mit Partnern aus Perm in Niedersachsen

 

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der russischen Region Perm sowie des 5-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und der Partnerorganisation „Gemeinnützige Gesellschaft der Russlanddeutschen ‚Wiedergeburt'" der Stadt Perm veranstaltete die Landsmannschaft Niedersachsen Projekttage mit einem vielfältig angelegten Programm. In diesem Rahmen weilte am 31.8-5.9.2018eine Delegation mit 16 Personen aus den Gebieten Perm und Tjumen in Niedersachsen. Gefördert wurden die Projekttage von der Landesregierung Niedersachsen, für die Organisation und die Betreuung der Gäste aus Russland sorgte der Landesvorstand mit der Landesvorsitzenden Lilli Bischoff und ehrenamtliche Helfer vor Ort. 

 

Schon zu Beginn des Aufenthaltes beteiligten sich die Landsleute aus Perm an der Zentralen Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Friedland. Nach der Gedenkfeier und den Kranzniederlegungen an der Friedlandglocke und am Heimkehrer-Mahnmal besuchten die Delegationsteilnehmer das Friedlandmuseum, in dem u.a. Aussiedlerschicksale anschaulich in Fotos und Dokumenten festgehalten wird. 

Weiterhin gehörten zum Programm die Besichtigung einer Sonderausstellung im Landesmuseum und derHerrenhäuser Gärten in Hannover, ein Ausflug in das Hannoversche Rathaus mit Auffahrt zur Kuppel und eine Führung durch das VW Nutzfahrzeuge -Werk in Hannover. ImNiedersächsischen Landtagwurde die Gruppe vonUwe Schünemann, stellv. Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion im Landtag, empfangen. Er zeigte den Gästen den Neubau des Landtages mit dem Sitzungssaal und stellte sich anschließend den Fragen der Delegation.

InGifhorn besuchten die Permer das örtliche Mühlenmuseum und hatten ein Treffen beim Bürgermeister Matthias Nerlich, der von den zugezogenen Spätaussiedlern in Gifhorn, den anfänglichen Schwierigkeiten und deren erfolgreicher Bewältigung und der guten Einbeziehung der Aussiedler in das Leben der Stadt erzählte. Nach dem Empfang im Rathaus ging es zum Glocken-Palast in Gifhorn – den Grundsteindafür legte 1996 der frühere Präsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow, der auch die Schirmherrschaft für das imposante Gebäude übernommen. Das Gebäude bildet mit dem Denkmal Europäische Freiheitsglocke ein historisches Ensemble. Die Europäische Freiheitsglocke mit den Portraits der vier bedeutenden Persönlichkeiten – Michail Gorbatschow, George Bush sen., Helmut Kohl und Gyula Horn – erinnert an die Teilung Deutschlands und Europas und an den friedlichen Fall des Eisernen Vorhangs: Für die Gäste aus Russland war die Besichtigung  ein bewegendes Erlebnis.Im Anschluss organisierte der Vorstand der Ortsgruppe Gifhorn ein Arbeitstreffen zwischen den Mitgliedern der Landsmannschaft und den Gästen aus Russland. 

Zum Höhepunkt des Aufenthalts der Permer gehörte der Empfang unter dem Motto „Freundschaft über die Grenzen“ am 4.9.2018 in der ev.-luth. Michaelis-Kirchengemeinde Hannover, zu demder Landesvorstand der Landsmannschaftzahlreiche Politiker, Vertreter  befreundeter Vereine und Organisationen einlud.Der Empfang anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der russischen Region Perm sowie des 5-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und der Partnerorganisation „Wiedergeburt“ in Perm wurde von der Landesvorsitzenden der Landsmannschaft Lilli Bischoff eröffnet.

Mit Grußworten traten von deutscher Seite Boris Pistorius, der Niedersächsische Innenminister undSchirmherr der Landesgruppe Niedersachsen,  Thomas Hermann, Bürgermeister der Stadt Hannover, Frank Oesterhelweg, MdL Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, Doris Schröder-Köpf, MdL Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Editha Westmann, MdL Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, sowie Heino Wiese, Honorarkonsul der Russischen Föderation in Hannover.

Von russischer Seite sprachen Natalja Machuga,Projektmanagerin des Internationalen Verbandes für deutsche Kultur im Uralgebietund Vorsitzende des „Gebietszentrums für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen“, mit dem die Landesgruppe Niedersachsen seit 11 Jahren enge partnerschaftliche Kontakte pflegt.Sie stellte die Delegation aus Russland vor, die „zu 70 Prozent aus jungen Menschen besteht“ – Mitgliedern eines Jugendklubs aus Perm und drei Mitglieder eines Jugendklubs aus Tjumen. Auch die Redner vor ihr betonten in ihren Ansprachen die Wichtigkeit vongemeinsamer internationaler Jugendarbeit, von Jugend-. Kultur- und Fachkräfteaustausch.

Ein Grußwort sprach auch Anastasija Subbotina,Leiterin der Abteilung für nationale und konfessionelle Beziehungen beim Departement für innere Politik der Gouverneursverwaltung Delegation aus der Region Perm. Mit ihr war zum ersten Mal eine Vertreterin der Stadtverwaltung mit dabei – ein deutliches Zeichen für ein vertieftes Interesse der Kommunalpolitik an weiterer positiver Entwicklung der Partnerschaft. 

Vor der Eröffnung des Buffets unterzeichneten Lilli Bischoff und Tatjana Laut, Vorsitzende der Permer Organisation „Wiedergeburt“, eine weitere Absichtserklärung zur erneuten Kooperation der Vereine. „In dieser Partnerschaft sehen sich die Russlanddeutschen auf beiden Seiten als Brücke zwischen Niedersachsen und Perm. Deshalb ist die Partnerschaft auch ein Mittel zur Festigung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern“, betonte Lilli Bischoff. Für die Bibliothek des Landtages überreichte Tatjana Laut das Buch „Brauchtum der Ural-Deutschen im Kalenderkreis“ von Dmitrij Waimann, eines jungen Wissenschaftlers aus Perm. Sein erstes Buch „Sprüche der Ural-Deutschen“ befindet sich bereits im Bestand der Bibliothek. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Chöre der Ortsgruppe Hannover sowie die Gäste aus Perm.

 

VadW / LG Niedersachsen

Fotos: LG Niedersachsen

 

 

Beauftragter Fabritius in Friedland


Der Bundesbeauftragte nahm an Gedenkveranstaltung für die russlanddeutschen Deportationsopfer teil und tauschte sich mit der Friedlandhilfe aus 
 

 

Al­ter­s­ar­mut bei Spätaus­sied­lern be­kämp­fen

 

Aussiedlerbeauftragter der Bundesregierung Fabritius (CSU) fordert Nachbesserungen für deutsche Spätaussiedler am Rentenpaket.

 

Bundesbeauftragter Fabritius im Gespräch mit Deutschen aus Russland Quelle: BMI

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius, fordert Nachbesserungen am Rentenpaket der Bundesregierung, das von dem Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), vorgelegt wurde.

"Es ist bedauerliche Realität, dass die nach Deutschland gekommenen deutschen Spätaussiedler überproportional häufig von Altersarmut betroffen sind. Die Ursache dafür liegt nicht etwa in der jeweiligen Arbeitsbiografie der Betroffenen, sondern in einseitigen, diesen Personenkreis benachteiligenden Rentenkürzungen der 1990er Jahre. So erfolgten 1996 etwa eine pauschale Kürzung der durch Beitragszahlung vor dem Zuzug erworbenen Anwartschaften im Sinne des Fremdrentengesetzes (FRG) um 40 Prozent und zusätzlich eine lebensleistungsunabhängige Deckelung der Entgeltpunkte auf einen Betrag unterhalb der Armutsgrenze, ganz gleich, was und wie viel diese Menschen in ihrem Leben gearbeitet haben. Erschwerend wirkt zudem, dass schon seit 1993 Ehegatten und Abkömmlinge überhaupt nicht mehr in den FRG-berechtigten Personenkreis aufgenommen sind. Dadurch führt eine allein auf FRG-Zeiten basierende Alterssicherung Familien deutscher Spätaussiedler zwangsläufig in die Altersarmut.

Bereits in der vergangenen Legislaturperiode wurden ausgewogene Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen, vom zuständigen Ressort jedoch nicht umgesetzt. Vorgeschlagen wurden etwa die Aufhebung bzw. Anpassung der lebenslaufunabhängigen Rentenbegrenzung, die Schaffung eines anrechnungsfreien Selbstbehaltes als Nachteilsausgleich bei Leistungsbezug aus dem Herkunftsgebiet, die Gleichbewertung der Kindererziehungszeiten von Spätaussiedlern und die Verhandlung angemessener SV-Abkommen mit den Herkunftsstaaten.

Seit meiner Amtseinführung habe ich in einer Vielzahl von Begegnungen mit Betroffenen den erheblichen Unmut über die bestehende soziale Schieflage hautnah erlebt. Die Bundesregierung wird zwar in vielen Bereichen ihrer Verantwortung für das besondere Kriegsfolgenschicksal deutscher Spätaussiedler gerecht, berechtigte Anliegen im Rentenrecht müssen jedoch noch umgesetzt werden. 

Es ist sehr bedauerlich, dass diese Anliegen bislang keinen Eingang in den Entwurf des Rentenpaketes gefunden haben, den das Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorgelegt hat. Daher fordere ich im Sinne der Betroffenen nachdrücklich dazu auf, hier nachzubessern und dieses Thema bei geplanten Änderungen im Rentenrecht zu berücksichtigen."

Bundesbeauftragter Fabritius verwies darauf, dass seinerzeit die Fremdrentenkürzungen in der öffentlichen Debatte auch mit den damals sehr niedrigen Renten in Ostdeutschland begründet worden waren. Nachdem hier inzwischen die 100 prozentige Angleichung an das Westniveau in Sicht ist, werde es höchste Zeit, dass die Fremdrenten nachziehen.

 

Niedersachsen: Lilli Bischoff als Landesvorsitzende in ihrem Amt bestätigt 


In einer freundschaftlichen und konstruktiven Arbeitsatmosphäre fand am 7. April 2018 in Barsinghausen die Jahreshauptversammlung der Landesgruppe Niedersachsen mit Neuwahlen des Landesvorstandes statt. Die 26 Delegierten der landsmannschaftlichen Ortsgruppen aus Niedersachsen und acht Gäste wurden von der Landesvorsitzenden Lilli Bischoff, dem stellv. BundesvorsitzendenJohann Thießen, der den Bundesvorstand vertrat und auch die Wahlen leitete, und Marc Lahmann, dem Bürgermeister der Stadt Barsinghausen, begrüßt.

 

Mit überwältigender Mehrheit (nur eine Enthaltung) stimmten die Delegierten der Wiederwahl von Lilli Bischoff als Landesvorsitzende zu, die mittlerweile seit 2006 Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen ist. Ihr zur Seite stehen in den nächsten drei Jahren weitere Mitglieder des Landesvorstandes: Marianna Neumann (Hannover), Helene Moser (Nienburg), Anna Kaufmann (Gifhorn), Alexander Rudi (Wolfsburg), Anna Welz (Hannover), Eugen Major (Göttingen/Osterode), Waldemar Lupp (Wolfsburg) und Alexander Moor (Rotenburg). 

Der zuvor amtierende Landesvorstand kann auf eine vielfältige landsmannschaftliche Tätigkeit aus mehreren erfolgreichen Projekten, Initiativen und Vorhaben zurückblicken. Auch konnte die Landsmannschaft in Niedersachsen in der vergangenen Legislaturperiode vor allem noch mehr an Ansehen und Anerkennung hinzugewinnen. In ihrer Ansprache berichtete Lilli Bischoff über die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Landsmannschaft in Niedersachsen, ging insbesondere auf die politischen Schwerpunkte der landsmannschaftlichen Aktivitäten und die gute Zusammenarbeit mit der niedersächsischen Landesregierung ein.

Auch der Bürgermeister Marc Lahmann lobte die bemerkenswerte Integrationsarbeit der Landsmannschaft vor Ort und landesweit.        

Johann Thießen würdigte ebenfalls die beispielhaften landsmannschaftlichen Aktivitäten in Niedersachsen und berichtete über die Tätigkeit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland auf Bundesebene. Die SozialberaterinSvetlana Judin referierte zum Thema „Neuerungen in der Gesetzgebung beim Datenschutz“ – ein Thema, das gerade für Schlagzeilen sorgt. 

Abschließend wurde das jahrzehntelange Engagement von Frieda Dercho (Osnabrück) als älteste Ortsgruppenvorsitzende mit einer Urkunde, einem üppigen Blumenstrauß und viel Beifall gewürdigt. Herzliche Glück- und Gesundheitswünsche galten dem Geburtstagskind Amalia Stoppel (Celle), langjähriges Mitglied der Landsmannschaft und aktive Teilnehmerin aller Kulturveranstaltungen. Sie bedankte sich gleich auch mit einem wohlklingenden Gesangsständchen.  

Auch Lilli Bischoff dankte den Delegierten für das wiederholte Vertrauen und rief die Ortsgruppen auf, an der Mitgestaltung der landsmannschaftlichen Arbeit in Niedersachsen aktiv mitzuwirken und die Chance zu nutzen, den positiven Ruf der Landsmannschaft und ihr Ansehen in Niedersachsen noch mehr zu stärken.

 

VadW

 

„Empfang im Advent“ – Rückblick und Ausschau


Zum Ausklang des Jahres lud die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland wiederholt zum inzwischen traditionellen „Empfang im Advent“ am 8.12.2017 im Tagungshaus St. Clemens in Hannover ein. Wie alle Jahre wieder konnte die Landesvorsitzende Lilli Bischoff auch diesmal zahlreiche Gäste begrüßen – gegenwärtige oder ehemalige Amtsträger der Niedersächsischen Regierung, Vertreter der demokratischen Parteien, Verbände und der landsmannschaftlichen Ortsgliederungen.

Sie stimmte die Versammelten mit der bekannten „Geschichte von vier Kerzen“ und dem Appell „Und jeder von uns sollte die Flammen Friede, Glaube, Liebe und Hoffnung immer am Leuchten erhalten“ auf den Advent ein.

„Weihnachten gehörte zu den beliebtesten Festen in den deutschen Siedlungsgebieten im Russischen Reich, das fast gleich wie in der alten Heimat gefeiert wurde. In der Sowjetzeit war es verboten, Weihnachten öffentlich zu begehen – in vielen deutschen Familien wurde das Fest dennoch heimlich gefeiert. Wir sind in die historische Heimat gekommen, um zu bleiben. Die Deutschen aus Russland stehen hier mit beiden Beinen auf dem Boden. Und wir helfen auch den anderen bei der Integration in die deutsche Gesellschaft“, erklärte Bischoff.

Mit „Empfang im Advent“ dankt der Landesvorstand traditionell den vielen ehrenamtlich tätigen Landsleuten, die sich rund um das Jahr bei den örtlichen und landesweiten Veranstaltungen der Landsmannschaft eingebracht haben. Blumensträuße überreichte Lilli Bischoff an Michael Hörner, langjähriges Mitglied der Landsmannschaft aus Nienburg zu seinem 85. Geburtstag, und an Valerie Cholodow, die sich engagiert um die Jugendarbeit der Landesgruppe kümmert und zum Abschluss ihrer Bachelorarbeit.

Ein herzliches Dankeschön ging im Namen der Landsleute in ganz Niedersachsen auch diesmal an die Verantwortlichen der Niedersächsischen Landesregierung und der Kommunen, die die Landsmannschaft vor Ort bei all ihren Veranstaltungen und Initiativen unterstütz haben. Dazu gehörte lange Jahre auch Uwe Schünemann, Minister für Inneres und Sport a.D., der 2012 die Schirmherrschaft über die Landesgruppe übernahm. Für die langjährige Unterstützung der Landsmannschaft überreichte ihm die Landesvorsitzende die goldene Ehrennadel der Landsmannschaft mit Ehrenurkunde.

Prominente Redner beim „Empfang im Advent“ waren die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth, Klaus-Peter Bachmann, stellvertretender Landtagspräsident des Niedersächsischen Landtages a.D., Uwe Schünemann, Thomas Hermann, Bürgermeister Hannover, Paul Derabin, Landesvorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU/CSU, und Klaus Engemann, Leiter des Referats 46 im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. Der Letztere überbrachte Grüße der neuen Landesregierung und sicherte auch in Zukunft vielseitige Unterstützung der Landsmannschaft zu.

Für die festliche Stimmung sorgten die Künstler aus Hannover mit Musik und Gesang. Die musikalische Einleitung am Klavier kam von der Musikerin und Chorleiterin Tamara Schevchenko. Ihr folgte das Duo Mariella Gauks (Klavier) und Nadin Waal (Gesang). Der Chor „Klingende Runde“ (Leitung: Tamara Schevchenko ) beeindruckte mit einem Advents- und Weihnachtslieder-Potpourri. Auch der Chor „Heimatmelodie“ (Leitung: Olga Welz) traf mit den Liedern „Frieden, großer Frieden“ und „Weihnachten“ die Stimmung im Saal. Viel Applaus erntete der Kinderchor aus Hannover unter der Leitung von Olga Welz für seine Gesangsständchen mit „Halleluja“, „Neujahrslied“ und „Jingle Bells“. 

Auch diesmal erfreute die Kulturgruppe (fünf Kinder und drei Erwachsene) aus dem ukrainischen Kowel, die in ukrainischen Trachten das Brauchtum ihrer Heimat präsentierte, das Publikum mit stimmungsvollen Darbietungen. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Kowel-Barsinghausen organisiert der Verein „Kinderhilfe Ukraine“ (1995 von Lilli Bischoff gegründet, setzt sich der Verein für kostenlose Erholungsmaßnahmen für die durch das Atomreaktorenunglück von Tschernobyl betroffenen Kinder aus Kowel ein) regelmäßig einen Kulturaustausch. Die jungen Künstler aus der Ukraine waren bereits mehrfach beim „Empfang im Advent“ der Landsmannschaft zu sehen.

VadW

 

Projektarbeit in Niedersachsen: „Willkommen sein und mitgestalten: Integration in Deutschland“


Seit Anfang Juni 2015 läuft in Niedersachsen das bundesweite Projekt „Willkommen sein und mitgestalten: Integration in Deutschland“ (Projektleiterin Anna Welz), in dessen Mittelpunkt die soziale und gesellschaftliche Integration der Zugewanderten (Spätaussiedlern und Migranten aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion) im Großraum Niedersachsen steht. Das Projekt wird über BAMF gefördert.

Die erfolgreiche Integrationsgeschichte der Deutschen aus Russland in Niedersachsen zeigt, welch ein gewaltiges Potenzial die Aussiedlerfamilien mitgebracht haben. In Niedersachsen wohnen zurzeit ca. 340 000 Personen, die als Spätaussiedler aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind.

Landesweit bestehen 14 Ortsgliederungen der Landsmannschaft sowie mehrere Migrantenselbstorganisationen. Durch vielfältige Projektaktivitäten werden die Aktiven in den Gesamtprozess der lokalen und landesweiten Integrationsarbeit einbezogen.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Projektes ist die Gewinnung und Qualifizierung von ehrenamtlichen Multiplikatoren, die ihre im Rahmen der Projektmaßnahmen erworbenen Kompetenzen in der praktischen Arbeit umsetzen können. Mehrere Schulungen, die in Hannover, Nienburg, Barsinghausen oder Osnabrück seit 2015 durchgeführt wurden, sollten die Ehrenamtlichen stärken und es ihnen ermöglichen, eigene Projekte zu initiieren und durchzuführen.

Auch die Schulungen und Fortbildungen der Ehrenamtlichen der landsmannschaftlichen Ortsgruppen und Migrantenselbstorganisationen im Bereich Politische Bildung und  Bürgerschaftliches Engagement an verschiedenen Orten Niedersachsens, wie in Hannover, Wolfsburg, Lüneburg, Celle, Braunschweig, trugen zur Stärkung des Selbstbewusstseins, zur Motivierung und Gewinnung für politisches  Engagement bei. Wichtige Handlungsfelder des Projektes sind auch: Vielfalt der Religionen in Deutschland, Integration durch Kultur, Musik und Sport. Mit diesen und anderen Themen beschäftigten sich die Seminare in Salzgitter, Peine, Hannover, Lüneburg, Nienburg, Delmenhorst, Rotenburg und Hannover.

 

 

Die Projektleiterin Anna Welz wurde 1954 in einer deutschen Familie in Sibirien geboren, hat längere Zeit als Deutschlehrerin in der Schule gearbeitet und sich in der Arbeit mit Russlanddeutschen engagiert. Sie leitete unter anderem Sprachkurse für Jugendliche und Erwachsene. Seit 2001 lebt sie in Deutschland und unterrichtet in den Integrationssprachkursen. Über zehn Jahre ist sie bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ehrenamtlich tätig. Mit ihrer Schwester Olga Welz hat sie den Chor „Heimatmelodie“ gegründet, der mittlerweile nicht nur in Hannover, sondern auch landesweit bekannt ist.

 

 

Durch die Projektarbeit der letzten Jahre wurde das ehrenamtliche Engagement von Zuwanderern durch die Einbindung ihrer Aktivitäten in die kooperative Migrationsarbeit in Niedersachsen konsequent und gezielt gestärkt. Im Rahmen der landsmannschaftlichen „Zukunft gehört dem Ehrenamt“ (2006-2009), „Stark und offen in Niedersachsen" (2009-2012), „Willkommen sein und mitgestalten: Integration in Deutschland“ (ab 2015),  „Potenziale nutzen - Integration fördern“ (2016), „Menschen stärken Menschen: Gemeinsam mehr bewegen“ (ab 2017) wurde eine vielfältige gemeinwesenorientierte Projekttätigkeit zur Stärkung des ehrenamtliches Engagements und der Kompetenzen der Zuwanderer durch die Einbindung ihrer Aktivitäten in die kooperative Migrationsarbeit in Niedersachsen und gesellschaftlichen Integration von Spätaussiedlern und Migranten entwickelt.

 

 

Klaus-Peter Bachmann: „Werden Sie Mitglied der Landsmannschaft!“ 60 Jahre der Landsmannschaft in Niedersachsen – ein Fest des Erinnerns, der Würdigung und der Vorschau


An ihren Gründungstag 1957 und die vielfältigen Aktivitäten in den 60 Jahren erinnerte die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mehrfach bei all ihren Jahreshöhepunkten – sei es das Sportfest und die Gedenkveranstaltung in Friedland oder das Partnerschaftstreffen mit Landsleuten aus Tjumen. Erst vor einigen Wochen (14.8.2017) luden der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, Vertreter der Landsmannschaft zu einem festlichen Empfang in das Gästehaus der Landesregierung, um den Beitrag der Landesgruppe zur Integration zu würdigen. Am 20.10.2017 waren nun Vertreter aus Politik, Öffentlichkeit, Vereinen und Landsleute aus ganz Niedersachsen zur Abschlussfeier anlässlich des 60. Gründungstages der Landsmannschaft in die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule eingeladen. 

 

Zu den Ehrengästen, die zum Teil auch Stammgäste bei Veranstaltungen der Landsmannschaft in Niedersachsen sind, zählten Klaus-Peter Bachmann (Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags), Boris Pistorius, Doris Schröder-Köpf, Editha Lorberg (stellv. Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion), Dr. Frank Frühling, Klaus Engemann, Klaus Bittner und Kathrin Suslik (Ministerium für Inneres und Sport), Petra Tielmann (stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag), Heinrich Hörnschemeyer (Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland), Katrin Langensiepen (Ratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen), Kurt Freitag (Verband der Siebenbürger Sachsen), Karin Loos (Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V.), Konstanze Beckedorf (Sozial- und Sportdezernentin, Hannover),  Peggy Zander (Fachbereich Soziales, Integration; Antidiskriminierungsstelle Hannover).

Die Landesvorsitzende Lilli Bischoff blickte in ihrem Begrüßungswort auf die landsmannschaftlichen Aktivitäten in Niedersachsen in den vergangenen Jahrzehnten: „Wir haben die schwierigen Zeiten hinter uns, wir haben daraus gelernt und Erfahrungen gesammelt. Wir sind nun bereit, denen zu helfen, die jetzt nach Deutschland kommen.“ Ohne zuverlässige Helfer und Förderer – auch aus der Politik – wäre vieles gar nicht machbar, betonte und dankte die Landesvorsitzende mit Blick auf die Unterstützer und Ehrenamtliche der Landsmannschaft über Jahrzehnte hinweg. Sie lobte die heutigen Aktiven, die durch ihr nicht selbstverständliches Engagement die Ortsgruppen am Leben halten, und dankte den Mitgliedern des Landesvorstandes für die tatkräftige Unterstützung bei allen Vorhaben. „Ich bin ganz stolz auf die Mannschaft. Was zählt – ist unsere gemeinsame Leistung“, so Bischoff. 

Wie sich die Landesgruppe in den vergangenen 60 Jahren entwickelte, darüber berichtete anhand einer Power-Point-Präsentation die Studentin Valerie Cholodow. Die junge Russlanddeutsche, die sich bei der Landsmannschaft ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert, widerlegt mit ihrer Biografie so manches negative Klischee. „Wir haben unsere Geschichte, so sind wir, und wir können helfen, die Gesellschaft voranzubringen“, sagte sie.

Boris Pistorius übte sich zu Beginn seiner Festrede in Russisch, was mit begeisterten Beifall des Publikums honoriert wurde. „Die Landsmannschaft in Niedersachsen spielt für die etwa 340.000 Russlanddeutsche, die in Niedersachsen wohnen, eine ganz wichtige Rolle. Sie bewahrt die Identität und ist ihr kultureller Anker. Vielen von ihnen hat die Landsmannschaft die Integration im zuerst fremden Land maßgeblich erleichtert“, würdigte er die integrative Bedeutung der Landsmannschaft. „Auch bei der Integration von Flüchtlingen brauchen wir Sie mit Ihren wertvollen Erfahrungen“, ergänzte Pistorius. Mit Blick auf weitere Aktivitäten, wie etwa Sportfest, Kulturfestival oder Adventsempfang, wo immer wieder auch Gäste aus Russland oder der Ukraine mit dabei sind, lobte der Innenminister die grenzüberschreitenden Bemühungen der Landesgruppe im Bereich der Partnerschaftsbeziehungen mit den russischen Regionen Tjumen und Perm. 

Die Landsmannschaft bekenne sich zu den demokratischen Werten, die in dieser Republik gelebt werden. Durch ihre Bereitschaft zu integrieren und mitzugestalten hätte sie bewiesen, dass „die Russlanddeutschen ein echter Mitgestalter unserer Gesellschaft ist“, sagte er mit Blick auf zahlreiche russlanddeutsche Leistungsträger in allen Lebensbereichen. „Ich fühle mich bei Ihnen sehr wohl und bleibe auch in Zukunft als Schirmherr herzlich verbunden, erklärte Pistorius zum Schluss.

Der SPD-Politiker Klaus-Peter Bachmann ist einer der Stammgäste der landsmannschaftlichen Veranstaltungen – allein in diesem Jahr sei er bereits zum vierten Mal dabei, betonte er. Für die Zukunft wünschte er der Politik, im Bereich Anerkennung von mitgebrachten Abschlüssen der Spätaussiedler endlich voranzukommen. „Es war vor Jahrzehnten Thema, wir sind immer noch nicht zum Schluss gekommen“, so Bachmann. Und er wünsche der Landsmannschaft, stellvertretend für alle russlanddeutschen Spätaussiedler in Niedersachsen, mehr Teilhabe am politischen Leben und Engagement im Bereich der politischen Bildung mit Blick auf die jüngsten Wahlergebnisse. Es sei schade, dass viele Spätaussiedler nicht Mitglieder der Landsmannschaft sind, denn die „Landsmannschaft sich klar zu unseren demokratischen Werten bekennt. Werden Sie Mitglied der Landsmannschaft! Das würde den Verband stärken“, so sein leidenschaftlicher Aufruf, der mit viel Beifall begrüßt wurde. „Ich bleibe der Landsmannschaft auch in Zukunft verbunden und komme immer wieder zu ihren Veranstaltungen“, ergänzte Bachmann.

Editha Lorberg ging auf 15 Jahre ihrer Zusammenarbeit der CDU mit der Landsmannschaft in Niedersachsen ein, die noch unter dem Landesvorsitz von Wendelin Jundt begann und in den weiteren Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde, erinnerte sie an die fruchtbringende Zusammenarbeit der vergangenen Jahrzehnte. „Es gibt noch viele Bretter, die wir bohren müssten, wir sind noch lange nicht am Ende. Freunde lassen einander nie im Regen stehen“, bemerkte sie zu ihrem Regenschirm-Geschenk mit Symbolkraft.  

Konstanze Beckendorf überbrachte die Grüße der Stadt Hannover und deren Oberbürgermeister Stefan Schostok. Auch sie lobte das Engagement der Landsmannschaft in Hannover, vor allem ihre aktive Mitwirkung am lokalen Integrationsplan vor zehn Jahren. Auch werde die Landsmannschaft zur Überarbeitung des lokalen Integrationsplanes wieder eingeladen. Sie betonte ausdrücklich die Bedeutung der Landsmannschaft als kultureller Anker für die eigenen Landsleute, die „Kultur bewahrt und den Ursprung nicht vergisst“ und dabei „Menschen unterstützt, die es nicht so leicht haben, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. So wird die Landsmannschaft auch ihrem Motto gerecht, durch Zusammenhalt die Zukunft gestalten“, sagte Beckendorf. 

Im Anschluss würdigte Lilli Bischoff im Namen des Bundesvorstandes das langjährige ehrenamtliche Engagement mehrerer Aktiven aus den  Ortsgruppen. Die bronzene Ehrennadel erhielten Galina Schneider, Maria Kulikov, Berta Herzen und Ursula Hein aus Neustadt am Rübenberge sowie Irene Vogel und Michael Adler aus Osnabrück. Mit der silbernen Ehrennadel wurden Amalia Stoppel und Nina Menk aus Celle ausgezeichnet. Viel Beifall vom Publikum, eine Blume von Herzen und einen Jubiläums-Kugelschreiber mit Inschrift konnten zahlreiche langjährige Mitglieder der Landsmannschaft, die ihre Ortsgruppen seit Jahren voranbringen, in Empfang nehmen.   

Für die musikalische und künstlerische Umrahmung sorgten Solisten, Chöre und Tanzgruppen aus Niedersachsen. Mit klassischen und modernen Stücken am Klavier Sophie Gawlowski und Veronika Flach, mit Gesang auf Deutsch und Russisch die Chöre „Klingende Runde“ Hannover (Leitung: Tamara Schewtschenko) und „Kalinka“ aus Neustadt (Leitung: Galina Schneider), Natalia Stapel (Celle) und die Folkloregruppe aus Braunschweig mit internationalem Repertoire in bunten Trachten. Die Stimmung wurde auch von den Tanzdarbietungen zur schwungvollen Musik aus verschiedenen Nationen angeheizt: Dazu trugen die Hobbytanzgruppe aus Wolfsburg (Leitung: Jakob Kremer), die Tanzgruppe aus Winsen (Leitung: Nadja Kurz) bei.

Vor dem Fest und danach konnten sich die zahlreich erschienenen Gäste mit einer umfangreichen Fotoausstellung zu den „Aktivitäten der Landesgruppe Niedersachsen“ vertraut machen. Auch das Büfett mit herkömmlichen Spezialitäten und allerhand Leckereien wurde gerne in Anspruch genommen. Immer wieder während der Feier wurden die Gäste zum Mitsingen oder Mittanzen animiert, wie zuletzt beim griechischer Sirtaki-Tanz mit der Wolfsburger Hobbytanzgruppe. 

 

Nina Paulsen, Nürnberg

 

 

 

Ein Blick in die Geschichte: 60 Jahre Landsmannschaft in Niedersachsen

 

Zahlreiche engagierte Landsleute haben in den vergangenen Jahrzehnten durch ihre Impulse und ihr Engagement die landsmannschaftliche Arbeit vorangebracht. Schon seit 1955 waren lebhafte Versammlungen von Mitgliedern der Landsmannschaft auch in vielen niedersächsischen Städten und Gemeinden zu beobachten. Die Landesgruppe Niedersachsen wurde offiziell am 31. März 1957 gegründet. Gerhard Pokrandt war Mitbegründer der Landesgruppe und der erste Landesvorsitzende bis 1980. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde das Erscheinungsbild der Landsmannschaft in Niedersachsen von den Landesvorsitzenden Herrn Schaadt, Adolf Rose, Helmut Kieß (1984-1986), Wendelin Jundt (1986-2004) und Innozenz Grad (2004-2006) geprägt. Seit 2006 wird die Landesgruppe von Lilli Bischoff geleitet, die von einem hochmotivierten Vorstandsteam mit Marianna Neumann (Hannover), Helena Moser (Nienburg), Alexander Rudi (Wolfsburg), Anna Welz (Hannover), Wladimir Steer (Salzgitter)und Eugen Major (Osterode/Harz) unterstützt wird. 

Die Landsmannschaft in Niedersachsen bekennt sich ausdrücklich zu der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung und zeigt beachtliche Präsenz im gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes. Das manifestiert sich unter anderem in der Übernahme der Schirmherrschaft über die Landesgruppe von zuständigen Innenministern. 2012 übernahm Uwe Schünemann, der damalige Minister des Landes Niedersachsen für Inneres und Sport, die Schirmherrschaft über die Landesgruppe Niedersachsen. Seit 2014 übernahm der amtierende Innenminister Boris Pistorius die Schirmherrschaft über die Landesgruppe der Landsmannschaft – als „Wertschätzung für alle in Niedersachsen lebenden Aussiedler und Spätaussiedler“ und deren beachtliche Integrationsleistung. 

Zum breiten Tätigkeitsfeld gehören vor allem Bemühungen um die Gleichstellung und Familienzusammenführung sowie Sozialberatung und Betreuung der Spätaussiedler und ihrer Familien. Sozialberatung und Betreuung der eigenen Landsleute ist seit Jahrzehnten einer der bedeutendsten Schwerpunkte der landsmannschaftlichen Arbeit auf Landes- und Ortsgruppenebene. Ebenso wichtig sind die Vermittlung des Wissens zur Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen, das Engagement im Kulturbereich, Kinder- und Jugendarbeit sowie Pflege von Kontakten zu den Landsleuten in den russischen Partnerschaftsregionen Tjumen und Perm, die seit über 20 Jahren auch niedersächsische Landespartner sind. Zu den Höhepunkte gehören unter anderem die Gedenkveranstaltungen in Friedland („Zukunft braucht Vergangenheit“), das traditionelle Sportfest in Friedland („Sport spricht alle Sprachen“), das Internationale Kulturfestival („Kultur verbindet – Vielfalt auch“) oder der traditionelle „Empfang im Advent“ zum Ausklang des Jahres. 

 
 

10 Jahre Partnerschaft: Landesgruppe Niedersachsen – Gebietszentrum für deutsche Kultur Tjumen 


Im Rahmen einer Projektwoche vom 1. bis 7. September der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Tjumen sowie des 10-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen der Landesgruppe und dem „Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen“ weilte eine Delegation aus dem Gebiet Tjumen mit Natalia Matschuga (Leiterin des Gebietszentrums) in Niedersachsen 

 

Die Gastgeber mit der Landesvorsitzenden Lilli Bischoff hatten auch diesmal ein umfangreiches Aufenthaltsprogramm vorbereitet. Dazu gehörten ein Besuch des Landesmuseums Hannover, ein Altstadtbummel und die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Hannovers. Bleibende Eindrücke hinterließen das VW-Museum und das Phäno-Museum in Wolfsburg sowie die Führungen durch das Grenzdurchgangslager und das Museum Friedland. Beim Ausflug nach Göttingen besichtigten die Gäste das Alte Rathaus und erlebten eine Führung durch das Stadtzentrum. Auch eine Schifffahrt von Minden bis zur Porta Westfalica auf dem Weser-Kanal stand auf dem Programm, ebenso das Bückeburger Schloss mit Besichtigung zahlreicher Exponate zur Geschichte des Landes.

 

Im Landtag wurden die Gäste aus Tjumen vom Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtags, Klaus-Peter Bachmann, begrüßt. Beim Empfang mit Vertretern der Niedersächsischen Regierung standen 25 Jahre Partnerschaft zwischen Niedersachsen und der Region Tjumen sowie zehn Jahre Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und dem „Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen“ im Mittelpunkt. Der Festakt wurde durch Auftritte der Gesangsgruppe aus Russland, einer Kulturgruppe aus Braunschweig und eines Kinderchors aus Hannover umrahmt.

In ihrer Begrüßungsrede würdigte Lilli Bischoff die Bedeutung der Partnerschaft der Landesgruppe Niedersachsen mit dem Tjumener Gebietszentrum:

„Die Partnerschaft der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft mit dem von Natalia Matschuga geleiteten ‚Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen‘ im Süden Westsibiriens begann 2007 mit der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens in Moskau.

Seither haben sich beide Seiten erfolgreich bemüht, das Abkommen mit Leben zu erfüllen. Die Landesgruppe Niedersachsen mit ihren zahlreichen Untergliederungen hat ihre Gäste aus dem Gebiet Tjumen mit ebensolcher Herzlichkeit willkommen geheißen, wie wir selbst dort empfangen wurden.

Nicht zuletzt haben wir uns darüber gefreut, dass wir immer wieder Kulturgruppen aus Tjumen begrüßen durften, die unsere Veranstaltungen bereicherten, sei es bei Jubiläen oder den zentralen Gedenkfeiern der Landsmannschaft im Grenzdurchgangslager Friedland.“

Den Höhepunkt der Projekttage bildete der 35. Tag der Niedersachsen in Wolfsburg. Die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, stellte gemeinsam mit ihrem Team aus der Niedersächsischen Staatskanzlei ihre ehrenamtliche Arbeit vor und führte zahlreiche informative Gespräche. Ein wichtiger Teil des Tages waren Treffen mit Politikern und Vertretern der niedersächsischen Regierung.

Die Delegation aus Russland beteiligte sich zusammen mit der LmDR, die durch Künstler aus den Ortsgruppen Hannover, Wolfsburg, Braunschweig, Nienburg und Gifhorn vertreten war, aktiv am Kulturprogramm des Festes.

VadW

 

 

Die Partnerschaft 

zwischen der Landesgruppe Niedersachsen der LmDR und dem „Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen“ besteht seit 2007. Durch gegenseitige Besuche und Beteiligung an wichtigen Veranstaltungen beiderseits wird sie mit Leben gefüllt.

So waren Vertreter der Russlanddeutschen aus dem Gebiet Tjumen mehrfach bei der zentralen Gedenkveranstaltung der LmDR in Friedland, und Vertreter der Landesgruppe Niedersachsen besuchten immer wieder die Region Tjumen, mit im Gepäck Infobroschüren, Bücher, Gedenk- und Jubiläumspublikationen der LmDR sowie anderes Material zur Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen.

 

 

 

„Zukunft braucht Vergangenheit“. Zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Friedland


Wie schon in den Vorjahren fand auch 2017 die zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers Friedland statt. Die Feier am 9. September war dem 75. Jahrestag der Massenmobilisierung von russlanddeutschen Frauen und Männern in die Zwangsarbeitslager der Sowjetunion gewidmet und stand unter dem Leitwort „Zukunft braucht Vergangenheit“.

 

Bekenntnis zu demokratischen Werten

Nach dem Eröffnungsgebet des Friedländer Pastors Thomas Harms – „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ – konnte die Vorsitzende der veranstaltenden Landesgruppe Niedersachsen und stellvertretende Bundesvorsitzende, Lilli Bischoff, erneut zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, und den Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler.

Nach einem Überblick über die geschichtlichen Ereignisse, die dazu führten, dass aus einer über Jahrzehnte weit voneinander getrennt lebenden Volksgruppe durch Deportation und Arbeitsarmee eine Schicksalsgemeinschaft wurde, ging sie auf Einseitigkeiten in der Berichterstattung der Medien über Deutsche aus Russland, die diese in einem schiefen Licht erscheinen ließen:

„Glaubt man den Berichten, sind die Deutschen aus Russland in ihrer großen Mehrzahl fremdenfeindlich, AfD-hörig und die 5. Kolonne Putins in der Bundesrepublik.

Diese Berichte stützen sich bestenfalls auf einige bedauernswerte Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem sattsam bekannten ‚Fall Lisa‘ oder auf Aussagen einiger selbst ernannter Führer der Deutschen aus Russland. Auf die Partei Einheit etwa, die Wahlergebnisse von unter 0,1 Prozent eingefahren hat, oder auf skandalöse rechtsradikale Äußerungen eines Heinrich Groth, der niemanden außer sich selbst vertritt. Wir wissen das und werden das in unserer Macht Stehende tun, um die breite Öffentlichkeit aufzuklären.

Wir als Landsmannschaft stützen uns dagegen bei unserem Vorgehen auf offizielle Untersuchungsergebnisse, die ohne Ausnahme den Deutschen aus Russland eine hohe Integrationsbereitschaft, vorbildliche Integrationsergebnisse und ein hohes Maß an Loyalität gegenüber dem demokratischen System in Deutschland und den damit verbundenen Werten bescheinigen.

 

 

Keine Diffamierung der Deutschen aus Russland

Landtagspräsident Bernd Busemann schloss sich den Wort Lilli Bischoffs an und verwahrte sich gegen die Behauptung, Deutsche aus Russland seien Angehörige rechtsradikaler Strömungen. Vielmehr seien sie die am besten integrierte Gruppe von Zuwanderern.

Er dankte in diesem Zusammenhang der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die mit ihrer klaren Stellungnahme im „Fall Lisa“ dazu beigetagen habe, das negative Bild in den Medien zurechtzurücken. Dabei habe sich ein weiteres Mal gezeigt, wie wichtig die Arbeit des Verbandes auch im 67. Jahr ihres Bestehens ist.

Innenminister Boris Pistorius betonte, dass mit der Gedenkfeier der LmDR in Friedland alljährlich an eine der dunkelsten Episoden der gemeinsamen deutschen Geschichte erinnert werde. Das Grenzdurchgangslager Friedland sei als Veranstaltungsort in besonderem Maße geeignet, da es einen bedeutenden Teil der deutschen Erinnerungskultur und der russlanddeutschen Geschichte repräsentiere.

Deutlich wurde der Innenminister auch, als er auf die angebliche Nähe der LmDR zur AfD zu sprechen kam: „Das ist eine Diffamierung, die Sie sich nicht gefallen lassen dürfen!“ Stolz könne die Landsmannschaft dagegen darauf sein, dass sie mit Aktionen wie der Partnerschaft ihrer Landesgruppe Niedersachsen mit der Region Tjumen eine Brücke in eine zufrieden stellende Zukunft schlage.

In seinem Grußwort nahm der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler Bezug auf das Motto des Tages: „Keine Zukunft lässt sich vernünftig gestalten, wenn man die Vergangenheit nicht kennt.“ Daher sei es beispielsweise zu bedauern, dass die russlanddeutsche Geschichte in den Schulbüchern nicht behandelt werde. Der LmDR komme ein besonderes Verdienst durch ihren Beitrag zur Völkerverständigung zu.

Ein weiteres Grußwort sprach die stellvertretende Landrätin des Landkreises Göttingen, Maria Gerl-Plein. Sie nahm Bezug auf einen Satz des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog – „Aus der Geschichte lernen zu wollen, bedeutet auch die Entschlossenheit, oder zumindest die Bereitschaft, ‚es‘ in Gegenwart und Zukunft besser zu machen, sich seinen Aufgaben also nicht um kurzfristiger Effekte willen und aus augenblicklichen Affekten heraus zu stellen.“ – und bedauerte, dass große Teile der Menschheit so wenig aus der Geschichte gelernt hätten, wie Flucht, Vertreibung und Ausgrenzung in der Gegenwart zeigten.

 

 

Keine Diffamierung der Deutschen aus Russland

Johann Thießen, stellv. Bundesvorsitzender und Vorsitzender der Landesgruppe Hessen der LmDR, widmete seine Ansprache in großen Teilen der Geschichte der Russlanddeutschen und fasste seine Ausführungen abschließend zusammen:

„Vergangenheit heißt auch Erinnerung und die Möglichkeit, sich öffentlich mit der eigenen Geschichte und derjenigen der neuen-alten Heimat auseinanderzusetzen. Ohne Kenntnis der Geschichte ist ein Verständnis der Gegenwart und der Zukunft kaum möglich. Für die Deutschen aus Russland, die im Laufe von Generationen Entwurzelung und Heimatverlust mehrfach erlebt haben, ist es identitätsstiftend und existenziell wichtig, die eigene Geschichte zu kennen. 

Auch für die Aufnahmegesellschaft ist die Kenntnis der historischen Zusammenhänge, die zur massenhaften Auswanderung der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion geführt haben, eine Voraussetzung für eine höhere Akzeptanz und ein besseres Verständnis der hier lebenden Deutschen aus Russland oder anderer Zuwanderergruppen mit vergleichbarer Geschichte. 

‚Zukunft braucht Vergangenheit‘. Vergangenheit und Zukunft sind auch die wichtigsten Standbeine der landsmannschaftlichen Arbeit bundesweit und der Identität der Russlanddeutschen, die ihre Gegenwart und Zukunft in Deutschland sehen.“

Abgeschlossen wurde die Gedenkfeier mit der Totenehrung, gehalten vom Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge an den deutschen Katholiken aus Russland und den anderen GUS-Staaten, Monsignore Dr. Alexander Hoffmann, sowie Kranzniederlegungen vor der Friedlandglocke und dem Heimkehrerdenkmal auf dem Friedlandberg mit Andachten, die von Pastor Thomas Harms und Monsignore Dr. Alexander Hoffmann gehalten wurden.

 

 

Würdiges Rahmenprogramm

Ungewöhnlich umfangreich war das beeindruckende und würdige Rahmenprogramm der Gedenkfeier. Außer den Solisten Johann Rohr, Alexandra-Emilia Jurk und Alex Piljuk beteiligten sich daran landsmannschaftliche Chöre aus Hannover, Klingenthal, Osnabrück, Osterode/Lerbach und Wolfsburg. Nach dem offiziellen Teil konnten die zahlreichen Besucher bei Kaffee und Kuchen in geselliger Runde ein eher lockeres Kulturprogramm genießen.

VaDW

 

 
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Empfang anlässlich der 25-jährigen Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Tjumen und der 10-jährigen Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und dem Gebietszentrum für deutsche Kultur Tjumen

Presse-und Informationsstelle der Niedersächsischen Landesregierung 

 

„Erfolgreich in Niedersachsen – 60 Jahre Landesgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland“: festlicher Empfang im Gästehaus der Landesregierung

Anlässlich des 60-jähigen Bestehens der Landesgruppe Niedersachsen der Deutschen aus Russland luden am (heutigen) Montag der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, zu einem festlichen Empfang in das Gästehaus der Landesregierung ein. Gekommen waren rund 70 Gäste, neben Mitgliedern der Landesgruppe auch der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Waldemar Eisenbraun, und Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages.

„Spätaussiederinnen und Spätaussiedler gehören heute wie selbstverständlich zu unserer niedersächsischen Gesellschaft“, betonte der Innenminister in seiner Festrede. Einen erheblichen Anteil an ihrer gelungenen Integration habe auch das große Engagement der Landesgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland gehabt, sagte Pistorius. „Seit 60 Jahren helfen und beraten sie viele der russlanddeutschen Gemeinschaft, wahren gleichzeitig eigene Traditionen und bauen Brücken zwischen den Kulturen“, sagte der Minister.

Doris Schröder-Köpf hatte in ihrer Begrüßungsrede die Integration von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern in die deutsche Gesellschaft als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet, die sich für das Land als große Bereicherung erwiesen hätte. An die Vorsitzende Lilli Bischoff gerichtet, dankte die Migrationsbeauftragte der Landesgruppe für ihre soziale und kulturelle Arbeit im Zeichen des Miteinanders und der Völkerverständigung: „Ob durch Informationsveranstaltungen in den Schulen, durch die Seniorenarbeit oder vielfältige Hilfsangebote für russlanddeutsche Familienangehörige – für das gemeinnützige Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir in Niedersachsen nur dankbar sein“, sagte Schröder-Köpf. Sie sei fest überzeugt, „dass die Niedersächsische Landesregierung auch in Zukunft auf die Landesgruppe als verlässlichen und vertrauensvollen Partner zählen kann.“

Politisches Treffen in Laatzen


Am 12. August 2017 besuchte Herr Heinrich Zertik, der erste Bundestagsabgeordnete aus den Reihen der Deutschen aus Russland, eine Veranstaltung der heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Maria Flachsbarth, die in der Laatzener Gaststätte „Zur Leinemarsch“ durchgeführt wurde.

Eingeladen waren unter anderem der CDU-Landttagskandidat Christoph Dreyer sowie der Laatzener CDU-Vorsitzender Paul Derabin. Die Landsmannschaft wurde durch Frau Lilli Bischoff vertreten, Landesvorsitzende in Nds. und Stellvertretende Bundesvorsitzende.

Den versammelten Gästen erzählte zunächst Herr Zertik seinen persönlichen Weg in die politische Arbeit der CDU und stellte die aktuelle Situation im Bezug auf die Renten bei der Deutschen aus Russland in Deutschland vor. Das wichtigste Thema: die anstehenden Neuerungen in der Rentenversorgung, die insbesondere die Aussiedler negativ betreffen werden. 

Angesprochen wurde auch die Berichterstattung bezüglich der Deutschen aus Russland in den öffentlich rechtlichen Medien. Es wurde festgestellt, dass eine bewusste diskriminierende und pauschalisierende Darstellung einer Bevölkerungsgruppe bei einer objektiven Berichterstattung keinen Platz haben dürfte und ein Handeln der Politik in diesem Bereich unbedingt notwendig ist.

Die Diskussion verlief sehr lebhaft. Herr Zertik versprach den Anwesenden sich weiterhin für die Belange der Spätaussiedler einzusetzen.

 

 

 

Sommerfest der Landtagsfraktion der CDU in Hannover

 

Am 02.08.2017 fand das traditionelle Sommerfest der Landtagsfraktion der CDU in Hannover statt.

Anwesend waren unter den 700 geladenen Gästen prominente Politiker, wie z.b. der CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Dr. Bernd Althusmann und Ex-MP David McAllister, jetzt Europaabgeordneter, Staatssekretär Ekan Ferlemann, Landtagspräsident Bernd Busemann, Garbsens Bürgermeister Dr. Christian Grahl und vielen mehr.

Frau Lilli Bischoff, die Landesvorsitzende der LM der Deutschen aus Russland und ihre Stellvertreterin Marianna Neumann waren, wie jedes Jahr auch dieses Jahr zu dieser Veranstaltung eingeladen. Bei sommerlichen Temperaturen in der gut gefüllten Halle des Restaurants Hugo´s gab es zahlreiche Begegnungen, unter anderem mit Frau Editha Lorberg, u.a. Mitglied der CDU-Landtagsfraktion und Mitglied des Nds. Landtages seit 2003. 

 

Editha Lorberg, Marianna Neumann, Bernd Busemann (Landtagspräsident) und Lilli Bischoff

„Volk auf dem Weg“ 

 

Liebe Landsleute, 

liebe Vorstände der Landesgruppen und Ortsgliederungen,

zwecks Optimierung der Herstellung der Verbandszeitung „Volk auf dem Weg“ bittet die Redaktion alle freundlichst darauf zu achten, dass der letzte Abgabetermin für die jeweilige VadW-Ausgabe der 17. Tag des Vormonats ist. Bitte senden Sie das Material an die E-Mail-Adresse Redaktion@LmDR.de oder an unsere Geschäftsstelle.

 

Ihre Redaktion 

 

Interkulturellen Sportfest der Landesgruppe Niedersachsen in Friedland

 

„Sport verbindet – Vielfalt auch“ – unter diesem Motto veranstaltete die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland wiederholt ihr traditionelles interkulturelles Sportfest im Grenzdurchgangslager Friedland am 10. Juni 2017. Das Sportfest wird seit 2011 jährlich vom Landesverband Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Kooperation mit dem Grenzdurchgangslager Friedland organisiert und von der Landesregierung gefördert. Die Schirmherrschaft über das diesjährige Fest übernahm Boris Pistorius, Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport.

Das alljährliche Sportfest versammelte auch diesmal Sportbegeisterte und Sportfans aus den naheliegenden Ortsgruppen der Landsmannschaft (Wolfsburg, Hannover, Salzgitter, Celle, Braunschweig und Barsinghausen), Sportfreunde aus der Reihe der Asylbewerber und Flüchtlinge (die meisten aus Syrien), die sich derzeit im Grenzdurchgangslager Friedland befinden, sowie einige Familien mit Kindern aus der Gemeinde Friedland. Bis zu 250 Menschen waren auch diesmal dabei.

Auch zahlreiche Gäste aus Politik und Öffentlichkeit folgten der Einladung des Landesverbandes, darunter Klaus Engemann, Klaus Bittner und Dr. Frank Frühling, Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Alptekin Kirci, Büro der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Heinrich Hörnschemeyer, Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland, Karl Heinz Hausmann, Landtagsabgeordneter (SPD Fraktion), oder Andreas Friedrichs, Bürgermeister der Gemeinde Friedland. Zur Siegesehrung ab 15 Uhr kamen auch Thomas Oppermann, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, und Editha Lorberg, stellv. Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, hinzu.

Bei so viel Zuspruch hatten die Mitglieder des Landesvorstandes und die Aktiven der Ortsgruppen Hannover, Wolfsburg, Salzgitter und Celle alle Hände voll zu tun. Tatkräftige Unterstützung erfuhr die Landsmannschaft auch von der Caritas Friedland. Im Laufe des Tages wurden Freundschaftsspiele in Minifußball (für Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahre), Volleyball, Tischtennis und Schach ausgetragen. Für die kleinen Gäste gab es ein vielfältiges Spiel- und Schminkangebot.

„Viele Menschen, die in Friedland angekommen sind, haben in Niedersachsen eine neue Heimat gefunden“, drückte Thomas Oppermann seine Anerkennung mit Blick auf das beispielhafte Engagement des Landesverbandes aus. Auch noch Jahre nach der Ankunft reiße die Verbindung nach Friedland nicht ab. „Wir haben damals viel Hilfe erhalten und wollen das gern weitergeben“, griff die Landesvorsitzende und stellv. Bundesvorsitzende Lilli Bischoff den Gedanken auf. Sie selbst kam 1988 nach Deutschland kam und wurde in Friedland aufgenommen.

Auch die CDU-Abgeordnete Editha Lorberg lobte die langjährige Sportfest-Initiative. Es sei eine gute Gelegenheit, über Sprachbarrieren hinaus miteinander in Kontakt zu kommen. „Der Pokal, den die Sportler erhalten, ist oft eine erste Ehrung in der neuen Heimat“, wies Lilli Bischoff auf die Wichtigkeit der Willkommenskultur schon seit den ersten Schritten in der neuen Heimat.

Bei der abschließenden Siegesehrung mit der Verleihung der Urkunden, Medaillen und Pokale kam noch einmal Freude auf bei allen Beteiligten. Den großen Pokal für den Mini-Fußball überreichte Oppermann persönlich an die Sieger – die jungen Fußballer aus Barsinghausen und Hannover. Auch der Pokal für Volleyball ging diesmal an die Deutschen aus Russland – die Sportfreunde aus Braunschweig und Wolfsburg.

Noch vor der Siegesehrung in den anderen Sportarten kam, startete das Kulturprogramm mit Musik und Tanz.

Begeisterten Applaus gab es für den Auftritt der Geschwister Jessika und Alex Jäkel aus Peine, die feurige Tanzkreationen aufs Parkett legten. Auch Natalia Stapel aus Celle und Alexander Ross aus Wolfsburg sangen sich in die Herzen des dankbaren Publikums.

VadW-Info

 

Zufriedene Sieger mit Vertretern der Landsmannschaft und Politik. Bei der Eröffnung des Sportfestes: Dr. Frank Frühling, Lilli Bischoff, Alptekin Kirci, Klaus Engemann, Heinrich Hörnschmeyer, Karl Heinz Hausmann (v.l.n.r.).

Stellungnahme des Bundesvorstandes zum tendenziösen Artikel von „Spiegel Online“ mit dem Titel „Spätaussiedler in Friedland. Heimkehr in die Fremde

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedland-spaetaussiedler-kehren-heim-in-die-fremde-a-1131810.html
http://lmdr.de/wp-content/uploads/2017/02/13.02.2017-LMDR_PM_Spiegel.pdf

 

Der oben genannte Artikel hat bei zahlreichen Deutschen aus Russland zwiespältige Gefühle hervorgerufen. Zum einen sind sie dankbar für die Sympathie, die man den Worten über die Spätaussiedlerfamilie Getts entnehmen kann. Zum anderen sind sie empört über sachliche Fehler und tendenziöse Kommentare zum Spätaussiedlerzuzug im Allgemeinen.

Dazu im Einzelnen:

1. Deutsche aus Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion werden eingebürgert und bekommen einen deutschen Pass, weil sie der Gesetzgebung entsprechend
— deutsche Volkszugehörige sind,
— sich zum Deutschtum bekennen
— und deutsche Sprachkenntnisse nachweisen können.

Vor allem aber dürfen sie (im Gegensatz zu Antragstellern aus anderen ost- und südosteuropäischen Ländern) weiterhin als Spätaussiedler nach Deutschland kommen, weil ihnen ein „kollektives Kriegsfolgenschicksal“ attestiert wird. Sie wurden nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 aus ihren angestammten Siedlungsgebieten bspw. an der Wolga, am Schwarzen Meer oder im Kaukasus in die kargen Gebiete Kasachstans und Sibiriens deportiert und in Zwangsarbeitslager gesteckt. Nach einer eher vorsichtigen Schätzung beträgt die Gesamtzahl der russlanddeutschen Todesopfer in der Sowjetunion 480.000 Personen. Unter den Folgen der Enteignung, Deportation und Massenvernichtung sowie des Verbots der deutschen Sprache und der Diskriminierung leiden die Familien und Nachkommen der Opfer bis heute.

Wir wenden uns daher mit Nachdruck gegen jeden Versuch, die Berechtigung unschuldig bestrafter Menschen, in ihre historische Heimat zurückzukehren, in Frage zu stellen oder sie mit einseitigen und tendenziösen Kommentaren zu diskreditieren.

2. Die Formulierung „Nach dem Zerfall der Sowjetunion in den Neunzigerjahren kehrten ihre Nachfahren zu Hunderttausenden zurück.“ lässt breiten Raum für Fehlinterpretationen. Vollständig wäre die Formulierung mit dem Hinweis darauf, dass die Deutschen in der Sowjetunion zu diesem Zeitpunkt bereits Jahrzehnte eines zumeist vergeblichen und mit zahlreichen Repressionen verbundenen Kampfes um Ausreise in die Bundesrepublik hinter sich hatten.

3. Es wird nicht explizit darauf hingewiesen, dass die Deutschen aus Russland nicht aus ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten nach Deutschland kommen, sondern aus den Vertreibungsgebieten innerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Eine Rückkehr in die ursprünglichen Siedlungsgebiete war nämlich gesetzlich untersagt.

4. Vor dem Hintergrund des bisher Ausgeführten dürfte die massive Verärgerung vieler unserer Landsleute über ihre Formulierung „sie (die Familie Getts) würden wohl als Wirtschaftsflüchtlinge gelten“ nachvollziehbar sein, zumal dem Artikel auch zu entnehmen ist, dass der Familienvater Getts noch Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg als Deutscher unterdrückt wurde.

5. Wenig Verständnis haben wir für den Vergleich der Rechtsansprüche auf Aufnahme von Asylbewerbern und Spätaussiedlern. Hier wird erneut eine Mauer zwischen Menschen aufgebaut, die, jeweils vor dem Hintergrund ihres eigenen Schicksals, Zuflucht bzw. Heimat in Deutschland suchen.

 

Bundesvorstand

 
 

Besuch des Innenministers Boris Pistorius

 

Am 31.01.17 besuchte eine kleine Delegation der Landesgruppe Nds. den Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport, Herrn Boris Pistorius in seinem Büro in der Lavesallee 6.

Anwesend bei dieser Begegnung waren von Seiten der Landesgruppe Lilli Bischoff, Vorsitzende der LG und Stellvert. Bundesvorsitzende, M. Neumann, Stellvert. Vorsitzende der LG, E. Major -  Vorstandsmitglied der LG. Die Seite des Ministers vertrat der Mitarbeiter des Innenministeriums,  Herr Engemann. Zu dem Gespräch waren eingeladen Frau Doris Schröder-Köpf, als  Landesbeauftragte für Integration und Teilhabe und ihr Büroleiter Herr Kirci.

Eine gute Stunde lang tauschten die Anwesenden sich über die Ereignisse des vergangenen Jahres aus, erwähnten die schwierigen Zeiten zu Jahresbeginn  und diskutierten im weiteren Verlauf  über die Möglichkeiten einer weiteren, optimierten Arbeit der LM in verschiedenen Bereichen. 

Herr Boris Pistorius erwähnte lobend die rasche und eindeutig ablehnende Reaktion der LM auf die Versuche der AfD, den Verein und evtl. seine Mitglieder für die eigenen Zwecke zu nutzen. Dies führte dazu, so der Innenminister, dass die Medien keinen weiteren Nährboden für eine mögliche negative Berichterstattung bekommen haben.

Einig waren sich die Gesprächspartner, dass die LM in Zukunft ihre eigenen Migrationserfahrungen in  die Ehrenamtsarbeit mit den Flüchtlingen einbringen sollte, wobei sie sich der  Unterstützung des Innenministers und der Landesbeauftragen sicher sein können.

Zum Abschied bedankte sich die Delegation für die Zusicherung des Schirmherrn, Herr Innenminister Boris Pistorius, an der Jubiläumsfeier der Landesgruppe im April dieses Jahres unbedingt teilnehmen zu wollen.

 
 

Adventsfeier in Niedersachsen:  Deutsche aus Russland wahren ihre christlichen Traditionen

 

Die Adventsfeier am 9. Dezember 2016 in der Landesgruppe Niedersachen war wie Jahre zuvor ein schönes Erlebnis für Geist und Seele. Hohe Anzahl an hochkaratigen Gästen unterstrich das Interesse der Vertreter der Politik Niedersachsens zu Deutschen aus Russland. 

 

Zu den Ehrengästen gehörten unter anderem: Klaus-Peter Bachmann, Vizepräsident des Nds. Landtages; Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe; Innenminister Boris Pistorius; MdL, Aussiedlerbeauftragte der CDU-Fraktion, Editha Lorberg, Michaele Michalowitz, stellv. Regierungspräsidentin sowie Thomas Hermann, Bürgermeister von Hannover.  

Nach dem Grußwort von Lilli Bischof, Landesvorsitzende der LmDR-Niedersachen, die alle zahlreich erschienenen Ehrengäste persönlich vorstellen wollte, durften auch diese das Wort ergreifen. Der erste Redner, Klaus-Peter Bachmann, folge sehr gerne jahraus, jahrein der Einladung zu den Adventsfeiern der LmDR in Niedersachsen. Auch diesmal sei er gerne dabei und möchte die Möglichkeit nutzen, um die Wichtigkeit der Arbeit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Niedersachen zu betonen. Es werde immer wieder – besonders bei solchen Großveranstaltungen – deutlich, dass Spätaussiedler eine „positive Bereicherung“ für Deutschland seien. 

Doris Schröder-Köpf ging in seiner Begrüßung auf die Geschichte der Deutschen aus Russland vor 75 Jahren zurück, und erinnerte an die grausame Deportation und Zwangsarbeit, die unsere Landsleute nach dem Zweiten Weltkrieg erleben mussten. Leid und Not waren unermesslich, trotzdem sei es Russlanddeutschen gelungen, ihre Identität und Kultur zu wahren. Das schätzt die Landesbeauftragte für Migration wirklich sehr. 

Edita Lorberg wollte keine politischen Reden halten und erzählte stattdessen eine rührende Weihnachtsgeschichte. Sie lege viel Wert auf die christlichen Traditionen, auf das Wunder der Geburt Jesu, auf das Wunder des Heiligen Abends – den eigentlichen Grund, warum sich alle heute in St. Clemens Tagungshaus in Hannover versammelt hätten.   

Der Bürgermeister von Hannover entschied sich auch für ein Weihnachtsmärchen anstatt lange Reden und rundete somit den offiziellen Teil der Feier ab. 

Nun wurden alle Gäste zur ausgiebigen kulinarischen Meile eingeladen, und bei gemeinsamen Gesprächen ging die Veranstaltung langsam zu Ende. 

Musikalisch und poetisch begleitet haben die Veranstaltung Tamara Schevchenko, der Kinderchor „Heimatmelodie“ und der Chor „Klingende Runde“ aus Hannover, Alexander Ross aus Wolfsburg, Emanuel Kaufmann aus Gifhorn sowie Gäste aus der Ukraine. 

„Kultur verbindet – Vielfalt auch“ Kulturfestival der Landesgruppe Niedersachsen in Ronnenberg


Die Landesgruppe Niedersachsen hat vor einiger Zeit beschlossen, ihr traditionelles Kulturfestival in jedem Jahr an einem anderen Ort
in Niedersachsen durchzuführen. In diesem Jahr haben wir uns für Ronnenberg
entschieden, dessen Mitglieder zur Ortsgruppe Hannover gehören.

Mit der alljährlichen Durchführung von Kulturfestivals präsentieren wir die breite
Vielfalt der kulturellen Potentiale der Deutschen aus Russland. Gleichzeitig bietet die
Landsmannschaft allen teilnehmenden Gruppen und Solisten eine Plattform, das
Spektrum des Kulturgutes der Deutschen aus Russland auf der Bühne darzustellen.
Gemäß dieser Vorgabe betonte die Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen
in ihrer Begrüßungsrede, dass die Pflege der eigenen Kultur und der Traditionen
der Volksgruppe ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens von Deutschen aus
Russland in Niedersachsen ist. Das umso mehr, da die Deutschen in der Sowjetunion
jahrelang unterdrückt worden seien und ihre Bräuche nicht pflegen konnten.
Das sei ihnen erst hier in Deutschland ermöglicht worden. Daher hätten sich auch
in Niedersachsen viele Ortsgruppen der Landsmannschaft Chöre sowie Tanzgruppen und Tanzschulen gegründet, die eine Bereicherung der allgemeinen Kulturlandschaf darstellen. Aufgabe der Landsmannschaft sei es, diese Aktivitäten zu bündeln, sie zu unterstützen und in ihre eigenen Aktivitäten einzubeziehen.
Von den zahlreichen Ehrengästen seien die Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Miersch und Dr. Hendrik Hoppenstedt, der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, Klaus ­ Peter Bachmann, die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder ­ Köpf, und die stellvertretende Vorsitzende der CDU ­ Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Editha Lorberg, erwähnt. Ausdrücklich dankte Lilli Bischoff Alina Scholochow von der Marie ­ Curie ­ Schule für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten.

In ihren Grußworten und Reden unterstrichen die Politiker, dass die Spätaussiedler in Niedersachsen sehr engagiert in vielen Bereichen sind und ein aktives politisches Leben führen. Sie gratulierten außerdem Lilli Bischoff zur erneuten Wahl in den Stadtrat von Barsinghausen. Diese Wahl unterstreicht ein weiteres Mal die Tatsache, dass unsere Landsleute in Niedersachsen bestens integriert und gut angekommen sind.
Auf dem Programm des Festivals standen Auftritte von Chören, Gesangs ­ und
Tanzgruppen aus ganz Niedersachsen. Unter den Akteuren waren erfreulich viele
Kinder und Jugendliche.

 

 

Kulturfestival

 

 

Am 22. Oktober 2016 veranstaltete die Landesgruppe Niedersachsen ein großes Kulturfestival in Ronnenberg unter dem Motto: „Kultur verbindet – Vielfalt auch“.  

 

Die Landesgruppe Niedersachsen hat dazu entschlossen, ihr traditionelles Kulturfestival in jedem Jahr an einem anderen Ort in Niedersachsen durchzuführen. In diesem Jahr haben wir uns für Ronnenberg entschieden, dessen Mitglieder zur Ortsgruppe Hannover gehören. Mit der alljährlichen Durchführung von Kulturfestivals präsentieren wir die breite Vielfalt der kulturellen Potentiale der Deutschen aus Russland. Gleichzeitig bietet die Landsmannschaft allen teilnehmenden Gruppen und Solisten eine Plattform, das Spektrum des Kulturgutes der Deutschen aus Russland auf der Bühne darzustellen. Das beteuerte auch in seiner Begrüßungsrede Lilli Bischoff, Landesvorsitzende, dass die Pflege der eigenen Kultur und Traditionen ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens von Russlanddeutschen in Niedersachen sei, da Russlanddeutsche in der Sowjetunion jahrelang unterdrückt wären und ihre Bräuche nicht pflegen könnten.

Auf dem Programm des Festivals standen Auftritte von den Chören, Gesang- und Tanzgruppen aus ganz Niedersachsen, darunter waren viele Kinder und junge Leute dabei. Zu den Ehrengästen des Festivals gehörten: Lilli Bischoff, Landesvorsitzende; Alina Scholochow, Schulleitung Marie-Curie-Schule; Dr. Matthias Miersch, Mitglied des Deutschen Bundestages; Dr. Hendrik Hoppenstedt, CDU/CSU, Deutscher Bundestag; Ulf Thiele, Generalsekretär der CDU in Niedersachsen; Editha Lorberg, MdL stellv. Vorsitzende der CDU-Fraktion; Heino Wiese, Honorarkonsul der Russischen Föderation für Niedersachsen; Angelika Jahns, CDU-Fraktion Nds. Landtag, Innenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag, Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Wolfsburg; Klaus Bittner Nds. Ministerium für Inneres und Sport; Klaus Engemann, Nds. MI für Inneres und Sport; Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf; Klaus-Peter Bachmann, Vizepräsident des Nds. Landtages; Alptekin Kirci aus dem Büro der Landesbeauftragten u. a. 

 

In ihren Grußworten und -reden unterstrichen anwesende Politiker, dass die Spätaussiedler in Niedersachen sehr engagiert in vielen Bereichen sind und ein aktives politisches Leben führen. Sie gratulierten zudem Frau Bischoff zum Wahl in den niedersächsischen Rat, was nochmal die Tatsache beweist, dass unsere Landsleute in Niedersachsen bestens integriert und gut angekommen sind. 

 

Die Landesgruppe 

 

 

18. Oktober 2016

 

Die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, MdL, hat sich über die Belange der Spätaussiedler und Vertriebenen mit den Vorsitzenden der Landsmannschaften sowie der Landesverbände in Niedersachsen ausgetauscht. Während des Termins wurden die Schwerpunkte und  Erwartungen der jeweiligen Verbände besprochen. Das Arbeitsgespräch fand am 17. Oktober 2016 in der Niedersächsischen Staatskanzlei statt und soll im nächsten Jahr wiederholt werden.

 

Internationales Sportfest im Grenzdurchgangslager Friedland-Lob für die Landsmannschaft als Veranstalter

 

In Kooperation mit dem Grenzdurchgangslager Friedland ( Niedersächsisches Zentrum für Integration) veranstaltete der Landesverband Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland am 4. Juni unter dem Motto „Sport verbindet – Vielfalt auch“ sein traditionelles Internationales Sportfest auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers.

 

Zahlreiche Gäste aus Politik und Öffentlichkeit, Sportfreunde und Landsleute aus mehreren Ortsgruppen der Landsmannschaft folgten der Einladung des 

Landesverbandes. Das alljährliche Sportfest, das von der Landesregierung gefördert wird, versammelte Sportfreunde aus Friedland und umliegenden niedersächsischen Gemeinden sowie Sportbegeisterte und Sportfans aus dem Grenzdurchgangslager Friedland, Spätaussiedler und auch Asylbewerber und Flüchtlinge aus Syrien. Bei der Organisation und Durchführung hatte wie schon in den vorigen Jahren, Alexander Rudi ( Wolfsburg ) das Zepter in der Hand und wurde von Aktiven des Landesvorstandes und anderer landsmannschaftlicher Gliederung unterstützt.

Bei dem ausgesprochen bunten und fröhlichen Fest fand man bei Volleyball, Tischtennis, Schach und Minifußball (für Kinder im Alter bis 14 Jahre) schnell zusammen. Die gemischten Teams aus Kindern und Erwachsenen wetteiferten mit Kindern aus der Ukraine, die sich im Rahmen der Städtepartnerschaft Kowel / Barsinghausen in Deutschland aufhielten.

Bei der abschließenden Siegerehrung mit der Verleihung der Urkunden, Medaillen und Pokale kam noch einmal bei allen Beteiligten Freude auf. Ein vielfältiges Kulturprogramm für alle Anwesenden umrahmte das sportliche Geschehen. Viel Applaus gab es für den Auftritt der Tanzgruppe „Randevu“ aus Lüneburg unter der choreografischen Leitung von Tamara Zlobina und Anastasija Pissetskij.

Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann lobte in Anwesenheit der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, der stellvertretenden Landrätin des Landkreises Göttingen, Brunhilde Ralle und des Bürgermeisters von Friedland, Andreas Friedrichs, das unermüdliche Engagement der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland im Bereich Integration.

Die Landesvorsitzende Lilli Bischoff bezeichnete das Verhalten der Kinder als vorbildlich:“Wir Erwachsene können von ihnen für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen viel lernen. Für sie ist vieles selbstverständlich. Das ist gut so!“

Nach wie vor ist das wichtigste Signal des Sportfestes der Landsmannschaft: Die Zuwanderer haben Potentiale und Stärken mitgebracht, von denen Deutschland langfristig profitiert. Veranstaltungen wie diese fördern ein besseres Verständnis der kulturellen Vielfalt und die Toleranz für Zuwanderer   mit anderem kulturellen Hintergrund.

 

 

Besuch des Museums Friedland von den Teilnehmern der Gedenkfeier

Zu Gast beim Sommerfest der CDU 

 

Beim Sommerfest der CDU Fraktion im Niedersächsischen Landtag sind Vertreter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland immer gern gesehene Gäste. Aus diesem Grund sind die Landesvorsitzende Lilli Bischoff und ihre Stellvertreterin Marianna Neumann dieser Einladung mit viel Freude gefolgt. 

Erneut waren viele prominente Gesichter zu sehen. Unter anderem wurden die Gäste vom Europaabgeordneten David McAllister begrüßt. Mit Editha Lorberg, Niedersächsische BdV-Vorsitzende und Aussiedlerbeauftrage der CDU-Landtagsfraktion, wurden Fragen zu aktuellen Themen erörtert. Ein besonderes Highlight des Nachmittags war das kurze, jedoch sehr emotionale Gespräch mit der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. 

Der Vorstand

 

 

Die niedersächsische Landesvorsitzende der Landsmannschaft, Lilli Bischof (links), und ihre Stellvertreterin Marianna Neumann mit dem ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister

Zukunft braucht Vergangenheit. 75 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion

 

Zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft in Friedland

Bereits zum zehnten Mal in Folge wurde die zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland unter Federführung ihrer Landesgruppe Niedersachsen in Friedland durchgeführt. Diesmal unter dem Motto „Zukunft braucht Vergangenheit. 75 Jahre Deportation der Deutschen in der Sowjetunion“

Die Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen und stellvertretende Bundesvorsitzende

Lilli Bischoff konnte am 3. September, wie schon in den Jahren zuvor, zahlreiche Ehrengäste aus den Reihen der Politik und von befreundeten Organisationen begrüßen.

Nach der einleitenden Andacht, gehalten von Pastorin Frauke Lieberum, Aussiedlerbeauftragte der Bremischen evangelischen Kirche und Mitglied des Vortandes der Konferenz für Aussiedlerseelsorge in der EKD, erinnerte Lilli Bischoff an die besondere Bedeutung des Grenzdurchgangslagers und der Gemeinde für die Deutschen aus Russland. Deshalb sei es für die Landsmannschaft eine angenehme Pflicht gewesen, beiden bei ihrem 32. Bundestreffen im vergangenen Jahr in Stuttgart ihre höchste Auszeichnung, den Katharinen-Preis der Deutschen aus

Russland , zu überreichen.

Mit dem Motto der Veranstaltung erinnere man, so Bischoff weiter, an tragische Ereignisse, von denen die Deutschen in der Sowjetunion Stalins heimgesucht worden seien. Ereignisse, die nahezu jeder Russlanddeutschen Familie bis zum heutigen Tage nachwirken, auch wenn sie bereits lange zurück lägen.

Anschließend betonte der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, der am

23. Juni 2014 die Schirmherrschaft über die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft übernommen hat: „Die Geschehnisse in Folge des Zweiten Weltkriegs gehören zu unserer gemeinsamen deutschen Geschichte. Es ist deshalb für unser Land und für die betroffenen Menschen gleichermaßen von Bedeutung, Gedanken und gedenken daran zuzulassen und die Erinnerung aufrechtzuerhalten. Dieses Gedenken und diese Auseinandersetzung tragen zu einem

geschichtlich-kritischen Bewusstsein bei.“

Die Festrede hatte der Präsident des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, übernommen. Er bezeichnete den Eingliederungsverlauf der Deutschen aus Russland als Beispiel gebend, allerdings erfahre diese vorbildliche Integration nicht die angemessene Würdigung seitens

der Gesellschaft. Vielmehr würden sie, wie etwa im „Fall Lisa“, allzu oft Opfer einer sensationslüsternen und verzerrten Darstellung in den Medien. Die damit verbundene Diffamierung erinnere ihn an die schlimmsten Zeiten der Diskriminierung der Deutschen in der Sowjetunion. Besonders gerne die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung natürlich seine Worte, dass die Deutschen aus Russland den Einheimischen wieder die Freude an Kindern beigebracht hätten….

Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und teilhabe, Doris Schröder-Köpf, verlas

das Grußwort des Schirmherrn der Veranstaltung, des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stefan Weil, der ebenfalls die vorbildliche Integrationsfolge der Deutschen aus Russland lobte:

„Durch große Leistungsbereitschaft haben sich viele Russlanddeutsche eine neue Heimat  aufgebaut. Dazu haben auch die Aktivitäten der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland nachhaltig beigetragen. In Niedersachsen möchten wir russlanddeutsche Menschen dabei unterstützen, ihre kulturelle Identität zu wahren. Sie sind eine Bereicherung für unsere ganze Gesellschaft und leisten seit vielen Jahren einen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gemeinschaft.“

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Waldemar Eisenbraun, schloss seinen Rückblick auf die geschichtlichen Hintergründe der Gedenkveranstaltung mit einer Analyse gegenwärtiger politischen Entwicklungen: „Die parteipolitische Landschaft hat sich in den letzten Jahren europaweit merklich verändert. Die bewaffneten Auseinandersetzungen, die andauernde Flüchtlingskrise und die drohende Altersarmut führen dazu, dass Menschen zunehmend verunsichert sind und nach schnellen Problemlösungen suchen. Dabei ist das kein rein deutsches Phänomen, wie ein Blick auf die Entwicklungen in den benachbarten Ländern zeigt. Meinen Landsleuten wünsche ich mehr Mündigkeit, Resistenz gegen Parolen und Manipulationsversuche und politischen Weitblick. Ich bitte auch darum, mehr Geduld für die Aufklärung von einzelnen Vorgängen aufzubringen, da vorschnelle Urteile und Handlungen nicht selten sein können.“

 

 

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltungen wurden traditionsgemäß Kränze vor der Friedensglocke und dem Mahnmal auf dem Friedlandberg nieder gelegt.

Für den kulturellen Rahmen sorgten die landsmannschaftlichen Chöre aus den Ortsgruppen Gifhorn, Hannover und Osnabrück, der Männerchor aus Badenhausen  und weitere Aktive aus Niedersachsen.   


 

Landsmannschaft der Deutschen 

aus Russland e.V.

Landesgruppe Niedersachsen KULTURFESTIVAL

 

 

Motto: „Kultur verbindet – Vielfalt auch“

 

 

Die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. lädt ein zum Kulturfestival unter dem Motto „Kultur verbindet -  Vielfalt auch“ am Samstag, den 22. Oktober 2016 um 11.00 Uhr

 in der Marie – Curie – Schule ( Am Sportpark 1, 30952 Ronnenberg )

 

Zum Kulturfestival in Ronnenberg werden zahlreiche russlanddeutsche Kulturgruppen und Solisten eingeladen, die in einem bunten Kulturprogramm die beeindruckende Vielfalt der mitgebrachten Talente präsentieren und durch eine breite Palette die Besonderheiten der russlanddeutschen Kultur aufzeigen.

 Quer durch alle Generationen präsentieren die Kulturgruppen aus ganz Niedersachsen eine Vielfalt des kulturellen Lebens.  

Entschädigung ziviler deutscher Zwangsarbeiter

Auf An­trag kön­nen ehe­ma­li­ge deut­sche Zwangs­ar­bei­ter, die als Zi­vil­per­so­nen auf­grund ih­rer deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit oder Volks­zu­ge­hö­rig­keit kriegs- oder kriegs­fol­gen­be­dingt zur Zwangs­ar­beit her­an­ge­zo­gen wur­den, ei­nen ein­ma­li­gen An­er­ken­nungs­be­trag in Hö­he von 2.500 Eu­ro er­hal­ten.

Die Durch­füh­rung der Richt­li­nie der Bun­des­re­gie­rung über ei­ne An­er­ken­nungs­leis­tung an ehe­ma­li­ge deut­sche Zwangs­ar­bei­ter wird durch das BVA (Bundesverwaltungsamt) über­nom­men.

 

Für die Antragsteller steht eine Service-Telefonhotline unter der Nummer 022899358-9800 zur Verfügung. E-Mails können an folgende Adresse gerichtet werden: AdZ@bva.bund.de.

Die Voraussetzungen zum Erhalt der Leistung sind in der AdZ-Anerkennungsrichtlinie näher geregelt.

 

Mit der Richtlinie, die am 1. August 2016 in Kraft getreten ist, wird endlich eine lange erhobene Forderung des Bundes der Vertriebenen, in dem die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland aktiv mitwirkt,  erfüllt.

 

BMI-ADZ-AnerkennungsRiLi.pdf
PDF-Dokument [36.9 KB]
Vollmachtsformular.pdf
PDF-Dokument [96.6 KB]
Antragsformular_DE.pdf
PDF-Dokument [167.6 KB]

Die Landsmannschaft im Gespräch mit der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Im Mai lud Editha Lorberg, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag und Aussiedlerbeauftragte der Fraktion, Vertreter von Heimatvertriebenenverbänden und Spätaussiedlern zu einem Austausch in den Landtag ein.

Editha Lorberg berichtete über aktuelle Themen der Landespolitik, außerdem bereitete der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bernd-Carsten Hiebing die Gäste auf die Kommunalwahl in Niedersachsen am 11. September 2016 vor.

Emotional diskutiert wurde die aktuelle Asylpolitik. Außerdem wies Editha Lorberg darauf hin, dass nun die Integration der bleibeberechtigten Flüchtlinge ansteht und dies eine Riesenherausforderung sein wird, bei der auch die Mithilfe der Spätaussiedler unbedingt gebraucht wird.

Lilli Bischoff, die Landesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Niedersachsen, sagte zu dem Treffen im Landtag: „Es ist erfreulich, dass wir für die Landespolitik weiterhin als Ansprechpartner geschätzt werden. Es ist uns aber auch sehr wichtig, dass unsere Anliegen nicht nur angehört, sondern auch angepackt werden. In der CDU-Fraktion im Landtag haben wir seit Jahren einen verlässlichen Partner und Unterstützer für die Arbeit der Landsmannschaft.“

Das Forum für Fragen der Spätaussiedler und Heimatvertriebenen führt die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion mindestens einmal im Jahr durch.

 

 

Internationales Sportfest im Grenzdurchgangslager Friedland – Lob für Landsmannschaft der Deutschen aus Russland als Veranstalter

 

(hakö) Der Landesverband Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland veranstaltete am vergangenen Samstag sein traditionelles Internationales Sportfest auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers Friedland. Das Motto lautete „Sport verbindet – Vielfalt auch“. Eingeladen waren Bewohnerinnen und Bewohner der Umlandgemeinden sowie des Grenzdurchgangslagers, neben Spätaussiedlern auch Asylbewerber und Resettlement-Flüchtlinge aus Syrien. 

 

Es war ein ausgesprochen buntes und lebendiges, fröhliches Bild. Schnell fand man unter anderem beim Fußball, Volleyball und beim Schachspiel zusammen, bildete gemischte Teams und wetteiferte mit Fairness und mit viel Engagement. Allen voran Kinder aus der Ukraine. Spiel und Spaß waren angesagt. Bei der abschließenden Siegerehrung mit der Verleihung der Urkunden, Medaillen und Pokale kam noch einmal Freude auf bei allen Beteiligten. Applaus gab es für den Auftritt der Tanzgruppe „Randevu“ aus Lüneburg unter der choreografischen Leitung von Tamara Zlobina und Anastasija Pissetskij.   

 

Lilli Bischoff: „Kinder sind Vorbild“

 

Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann lobte in Anwesenheit der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, der stellvertretenden Landrätin des Landkreises Göttingen, Brunhild Ralle und des Bürgermeisters von Friedland, Andreas Friedrichs, das unermüdliche Engagement der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in punkto Integration. Lilli Bischoff, 1. Vorsitzende der Landesgruppe, zeigte sich angetan, hatte das Verhalten der Kinder als vorbildhaft bezeichnet. „Wir Erwachsenen können viel lernen von ihnen im Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen. Für sie ist vieles selbstverständlich. Das ist gut so“.     


Hartmut Kölling 

 

Eröffnung Museum Friedland

Die Ausstellung im Museum Friedland...

...ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Ausstellung ist durchgängig in deutscher und englischer Sprache gehalten, die Führungen in der Ausstellung und über das Gelände des Grenzdurchgangslagers sind in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Russisch und Farsi möglich. Der Eintritt kostet fünf Euro für Erwachsene, ermäßigt drei Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

www.museum-friedland.de

„Abschied, Ankunft, Neubeginn“ – auf Zeitreise gehen Eröffnung des Museums Friedland – Landsmannschaft Niedersachsen aktiv beim Bürgerfest

Über 500 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft folgten der Einladung des Landes Niedersachsen zur feierlichen Eröffnung des Museums  Friedland bei Göttingen am 18. März 2016. Der Niedersächsische Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), der Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) sowie der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) nahmen symbolisch den Schlüssel für das Museum im  historischen Bahnhofsgebäude mit der Dauerausstellung „Abschied, Ankunft, Neubeginn“ entgegen. 

Am historischen Ort zeichnet das Museum Friedland 70 Jahre der Gesamtgeschichte des Grenzdurchgangslagers von 1945 bis in die Gegenwart nach und nimmt die Ursachen von Flucht, Migrationswege und -verläufe und den gesellschaftlichen Umgang mit Migration und Kriegsfolgen in den Blick.

Der Name Friedland sei als geschichtsträchtiger Ort längst selbst ein Symbol geworden, machte Ministerpräsident Weil in seiner Festrede deutlich. In Friedland habe es stets das gegeben, was heute Willkommenskultur sei. Bislang haben rund 4,5 Millionen Menschen zeitweise in Friedland gelebt. Das Lager wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der britischen Armee als Auffangstation für heimatvertriebene Menschen und zurückkehrende Kriegsgefangene aus der Sowjetunion errichtet. Später kamen Aussiedler aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion sowie Ungarn-Flüchtlinge. Auch vietnamesische „Boat People“ und Chilenen auf der Flucht vor Pinochet-Diktatur durchliefen das Lager. Seit 2011 dient die Einrichtung als Erstaufnahme für Asylsuchende. Das eigentlich für bis zu 700 Menschen ausgelegte Lager war im vergangenen Jahr teilweise dreifach überbelegt. Landtagspräsident Busemann betonte, die Eröffnung des Museums komme genau zur richtigen Zeit. „Kaum ein Ort wäre besser geeignet, die Bedeutung von Asyl und Flüchtlingsschutz zu zeigen.“ Friedland sei für zahlreiche Menschen das „Tor zur Freiheit“ gewesen. 

2006 haben alle Fraktionen im Niedersächsischen Landtag dafür gestimmt, die historische Bedeutung des Grenzdurchgangslagers angemessen zu würdigen. Für die Dauerausstellung ließ die Landesregierung für rund 20 Mill. Euro den historischen Bahnhof umgestalten. Der Innenminister  Pistorius äußerte die Hoffnung, dass das neue Museum einen wichtigen Platz in der deutschen Museumslandschaft einnehmen werde.

Mit modernen Medien und anhand von über 400 Exponaten dokumentiert die Ausstellung bewegende Geschichten sowie die Bedeutung des Lagers im Wandel der Zeit. Sie zeigt die Migrationsdynamik ebenso wie die Versuche, sie zu steuern und zu kontrollieren. Und sie wirft Fragen auf: Was bringt Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen? Wie kommen sie nach Deutschland? Wie werden sie aufgenommen?

Jeder Besucher geht hier auf Zeitreise. Wie etwa eine Gruppe der Landsmannschaft Niedersachsen mit der Landesvorsitzenden Lilli Bischoff und zahlreichen Vertretern aus Ortsgliederungen. „Für unsere Landsleute ist es wichtig, dass in der Ausstellung auch viel über die Russlanddeutschen dokumentiert wird. Immerhin war Friedland gerade auch für die meisten der 2,4 Millionen Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion das Tor in die Freiheit und ein Inbegriff eines Neubeginns im Land ihrer Vorfahren. Nicht von ungefähr wird Friedland als eigentliche Heimat der Deutschen aus Russland bezeichnet. Seit 2007 findet hier die zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Erinnerung an die Deportation der Deutschen in der Sowjetunion 1941 statt. Ich empfehle jedem, die Ausstellung zu besuchen“, betonte Lilli Bischoff.  

In den kommenden Jahren sollen auf dem Lagergelände noch ein Besucher- und Forschungszentrum sowie eine internationale Jugendbegegnungsstätte eröffnet errichtet werden, in der junge Menschen aus ganz Europa sich über Fragen von Flucht, Vertreibung, Migration und Integration informieren und austauschen werden. Ein Museumspfad soll alle Museumsteile miteinander verbinden.

Am 19.-20. März wurde ein Bürgerfest rund um den historischen Bahnhof gefeiert, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen waren. Die Gäste hatten die Möglichkeit, das Museum kennenzulernen und ein vielfältiges Interview- und Kulturprogramm mitzuerleben, darunter die Eröffnung der Sonderausstellung „Nach Friedland. 16 Porträts“ in der Nissenhütte auf dem Lagergelände. In das gemeinsame Bühnenprogramm „Musik und Talk“ hat sich auch die Landsmannschaft Niedersachsen mit zahlreichen Künstlern eingebracht. Viel Beifall ernteten Solosänger Alexander Ross (Gifhorn), Chor „Klingental“ (Osterode/ Harz), Familie Kaufmann mit Gesang (Gifhorn), Akkordeonspielerin Olga Welz (Hannover), Kindertanzgruppe „Liebe Geschwister“ (Peine) und Frauentanzgruppe „Russisches Herz“ (Peine).
 

Interview der Deutschen Welle mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten

Klicken Sie auf den Link, um das Interview mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk (CDU/CSU) zu sehen.

 

Pauschalisierungen vermeiden

Deutsche aus Russland sind weder rechtsradikal noch fremdgesteuert.

In der medialen Landschaft sind Berichte über die Deutschen aus Russland seit Jahren kaum zu finden. Dabei gibt es zahlreiche Themen und interessante Persönlichkeiten, die eine öffentliche Würdigung verdient hätten.
In den letzten Tagen war das Interesse der deutschen Medien an Deutschen aus Russland enorm groß. Dieses wurde durch die vielen Kundgebungen unter Beteiligung unserer Landsleute ausgelöst.

Wir sind sehr darüber besorgt, dass unzählige Berichte und Kommentare Andeutungen oder gar Unterstellungen beinhalten, die Deutschen aus Russland würden rechtsradikale Tendenzen aufweisen und sich fremdsteuern lassen. Dieses einseitige Bild wird in die deutsche Gesellschaft transportiert und kann dem Ansehen unserer Landsleute nachhaltig schaden.

Unsere Position ist eindeutig - die Deutschen aus Russland sind weder rechtsradikal noch fremdgesteuert.

Das auffällige Verhalten von marginalen Gruppen liegt in deren Verantwortung und darf nicht auf die gesamte Personengruppe, die nachweislich als rechtstreu und gut integriert gilt, übertragen werden. Ein sensibler und differenzierter Umgang mit der Bevölkerungsgruppe der Deutschen aus Russland ist unabdingbar, um keinen Generalverdacht durch Pauschalisierungen entstehen zu lassen.

Nach Medienberichten haben in Baden-Württemberg insgesamt etwa vier bis fünf Tausend Personen an den Kundgebungen teilgenommen. Dabei leben in diesem Bundesland etwa eine Million der Deutschen aus Russland. Der oft gebräuchliche Begriff „russischsprachig“ umfasst neben unseren Landsleuten ethnische Russen und jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. In diesem Zusammenhang ist die Differenzierung ebenso erforderlich.

Unsere Landsleute rufen wir eindringlich dazu auf, mehr Resistenz gegen unbestätigte Vorwürfe, hetzerische Aufrufe und politisch motivierte Spekulationen zu entwickeln. Auch hier müssen Pauschalisierungen jeglicher Art vermieden werden.

 

 

Bundesvorstand 

 

 

http://lmdr.de/pauschalisierungen-vermeiden/

 

 

Pressemitteilung von Heinrich Zertik (Mitglied des Deutschen Bundestages)

Heinrich Zertik zu den bundesweiten Demonstrationen der Russlanddeutschen: 
 

„Ich bin zutiefst besorgt über die Entwicklungen in den letzten Tagen. Aufgrund einer angeblichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen in Berlin, die aus einer Aussiedlerfamilie aus der ehemaligen Sowjetunion stammt, gingen einige Russlanddeutsche am vergangenen Wochenende in verschieden Städten und Gemeinden auf die Straße. 

Ich habe großes Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat und erkenne an, dass die Polizei an einer sachgerechten Aufklärung arbeitet. Wir sollten die Ermittlungen abwarten und dürfen nicht in das laufende Justizverfahren eingreifen. 

Die Ängste und Befürchtungen der deutschen Bürgerinnen und Bürger nehme ich sehr ernst. Mich beunruhigt, dass rechtsnationale Gruppierungen versuchen, die Verunsicherung auch unter den Russlanddeutschen für ihre Interessen auszunutzen. Darüber hinaus beunruhigt mich der Einfluss der Meinungsbildung einiger russischsprachiger Medien sehr. 

Ich bin viel im gesamten Bundesgebiet unterwegs und nehme die unterschiedlichen Stimmungen sehr wohl war. Sie dienen mir für meine Arbeit in Berlin und sind oftmals auch sehr hilfreich im Gespräch mit meinen Bundestagskollegen.“ 

 

Stellungnahme zu bundesweiten Kundgebungen mit Beteiligung von Deutschen aus Russland 

 

Mitwirkung der Landsmannschaft:
Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hat die zahlreichen Kundgebungen am vergangenen Wochenende weder organisiert noch zur Teilnahme daran aufgerufen.
Die Verantwortung für den Verlauf und die Inhalte liegt allein bei den Veranstaltern.

Vor wenigen Tagen tauchte in den sozialen Medien ein Aufwurf zu flächendeckenden Demonstrationen auf. Dieser wurde in russischer Sprache verfasst und begann mit dem Satz „Achtung! Es ist ein Krieg!“. Diese hetzerische und provokative Formulierung verurteilen wir aufs schärfste.

Mediale Resonanz:
Wir sind sehr darüber in Sorge, dass die jüngsten Ereignisse in den Medien und der Gesellschaft ein verzerrtes Bild unserer Landsleute entstehen lassen. Wir warnen eindringlich davor, das Verhalten nicht repräsentativer Gruppen auf die gesamte Personengruppe der Deutschen aus Russland zu übertragen.

In der Bundesrepublik leben ca. vier Millionen Menschen, die als deutschstämmige Heimkehrer, Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler auf Grundlage des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) nach Deutschland gekommen sind.

Wir bedauern sehr, dass die deutschen Medien bei der positiven Berichterstattung über die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion sehr zurückhaltend sind. Die Landsmannschaft ist gerne bereit, Informationen über zahlreiche Themen und interessante Persönlichkeiten zu vermitteln.

Außerdem empfehlen wir die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Forschungsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge „(Spät-)Aussiedler in Deutschland“. http://lmdr.de/spat-aussiedler-in-deutschland-forschungsbericht-des-bamf/

Engagement der Landsmannschaft:
Unser Verband besteht seit 65 Jahren und ist der anerkannte Ansprechpartner für die Bundesregierung in allen Angelegenheiten der Deutschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Im Auftrag des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) betreibt die Landsmannschaft bundesweit mehrere Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer. Wir führen offene Integrationsprojekte durch, die u.a. junge Menschen mit Migrationshintergrund als Zielgruppe haben. In den etwa 130 regionalen Gliederungen der Landsmannschaft arbeiten wir mit verschiedenen Akteuren des öffentlichen Lebens zusammen. Unsere Mitglieder bringen sich in Integrationsbeiräten und ähnlichen Gremien ein. Unser Verband und seine Jugendorganisation betrachten die Vertretung der Interessen unserer Landsleute, integrative und identitätsstiftende Maßnahmen, politische und interkulturelle Bildung, Kulturpflege und Aufklärung über die Geschichte der Deutschen in und aus Russland als Schwerpunkte ihrer Arbeit.

Position der Landsmannschaft:

Durch die Ereignisse in Köln und anderen deutschen Städten sind die Polizei und die Politik vielfach in die Kritik geraten. Die pauschalen Vorwürfe der mangelhaften Aufmerksamkeit und Untätigkeit legitimierter Organe halten wir jedoch für Panikmache.

 

In Zeiten von Verunsicherung und Unzufriedenheit sind Zivilcourage und bürgerliches Engagement geeignete Mittel, die politischen Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen hinzuweisen und schnelle und nachhaltige Lösungen einzufordern. Allerdings dürfen dabei weder die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit noch die Verhältnismäßigkeit der Mittel außer Acht gelassen werden.

Die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion sind fleißig und ordnungsliebend, sie achten die Gesetze und stehen loyal zur Bundesrepublik. Familiärer Zusammenhalt und Gerechtigkeitssinn gehören ebenfalls zu ihren markanten Eigenschaften. Uns ist es nicht gleichgültig, wenn Verbrechen in Deutschland passieren. Daher erwarten wir die bestmögliche Aufklärung der Vorfälle und ein konsequentes Durchgreifen der zuständigen Behörden. Dabei dürfen weder Herkunft noch Religion, Aufenthaltsstatus, Einkommenssituation oder Berufsstand strafmildernd ausgelegt werden.

Offensichtlich gibt es Kräfte, die ein Interesse an der gesellschaftlichen Destabilisierung Deutschlands haben. Wir dürfen und werden uns auf Provokationen und Hetze nicht einlassen. Instrumentalisierung und Radikalisierung gilt es zu verhindern. Unser Verband wird sich mit aller Kraft für ein gesellschaftlich stabiles und freiheitlich-demokratisches Deutschland einsetzen.

Bundesvorstand 

 

„Volksdiplomatie kann viel bewirken…“ Eine Delegation aus Niedersachsen besuchte die Region Tjumen

 

Im Rahmen der Landespartnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Tjumen sowie der Partnerschaft der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen besuchte eine zwölfköpfige Delegation der Landesgruppe die Partnerregion Tjumen unter dem Motto „Brücken der Freundschaft: Russland – Deutschland“.

Innerhalb von einigen Stunden landete die Gruppe aus dem schneelosen vorweihnachtlichen Deutschland mitten im sibirischen verschneiten Tjumen bei schönem winterlichem Wetter. Auch darauf freuten sich die Vertreter der Landsmannschaft mit der Landesvorsitzenden Lilli Bischoff, dem Landesvorstandsmitglied Marianna Neumann (Vorsitzende der Ortsgruppe Hannover), der Projektmitarbeiterin Nataliya Naumenko (Hannover) und Waldemar Goldnik (Lüneburg). Die Jugend war repräsentiert durch Henrik Reimer (stellv. Vorsitzender der Jugendorganisation der Landsmannschaft Niedersachsen) und die Jugendtanzgruppe Randevu aus Lüneburg.     

Seit nun acht Jahren findet ein regelmäßiger Austausch zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und dem Gebiet Tjumen statt, wo ca. 26.000 Deutsche leben. Seit 2007 besteht eine lebendige Partnerschaft der Landesgruppe mit dem Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen. Ein Höhepunkt der beiden Partnerschaften waren die Projekttage der Landesgruppe Niedersachsen 2012 („20 Jahre Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Tjumen“ und „5 Jahre Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Niedersachsen und dem Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen“), die von der Landesregierung gefördert wurden. Und erst im September 2015 fanden wiederholt Projekttage der Landesgruppe Niedersachsen mit der Partnerregion Tjumen, wobei die Niedersachsener eine zehnköpfige Delegation aus der Region Tjumen mit Natalia Matschuga, Koordinatorin des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur im Uralgebiet und Vorsitzende des Gebietszentrums für deutsche Kultur Tjumen, begrüßte und ein vielfältiges Aufenthaltsprogramm mit Teilnahme an der bundesweiten Gedenkfeier der Landsmannschaft in Friedland, Treffen und Begegnungen mit Landsleuten in Hannover, Lüneburg und Osnabrück organisierte.

Auch der jüngste Besuch diente der vielfältigen Weiterentwicklung und Stärkung der seit Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Tjumen sowie die Intensivierung der bestehenden direkten Kontakte der Landesgruppe Niedersachsen mit ihrer russlanddeutschen Partnerorganisation. Mit im Gepäck hatte die deutsche Delegation, wie schon bei vorigen Besuchen, Infobroschüren, Bücher, Gedenk- und Jubiläumspublikationen der  Landsmannschaft sowie anderes Aufklärungs- und Bildungsmaterial zur Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen. Auch diesmal kam es überall in den besuchten Orten zu Begegnungen und Gesprächen mit den hiesigen Deutschen, es wurden Fragen zur Familienzusammenführung, den Ausreisebedingungen, dem Sprachtest oder dem Leben in Deutschland gestellt. Zum fünftägigen Aufenthalt gehörten auch Besichtigungen der örtlichen Sehenswürdigkeiten wie „Tjumen im Neujahrsglanz“, das Handelshaus und der historische Kreml in Tobolsk. 

In der Gebietshauptstadt Tjumen traf sich die landsmannschaftliche Delegation mit Vertretern der Gebietsduma, angeleitet vom Sprecher Sergej Korepanow, der über den aktuellen Stand der Partnerschaft zwischen der Region Tjumen und dem Land Niedersachsen berichtete. „Trotz der Tatsache, dass die Politiker verschiedener Länder nicht immer eine gemeinsame Sprache finden, kann gerade die Volksdiplomatie viel bewirken. Wir hoffen, dass unsere gemeinsamen Projekte, die bereits vor Jahren beschlossen worden sind, auch weiter vorangetrieben werden“, betonte er.

An die vielfältige Partnerschaft seit 1992 in den Bereichen Industrie, Landwirtschaft und Bildung erinnerte auch der stellv. Vorsitzende der Gebietsduma Viktor Rein. Die momentanen Schwierigkeiten in der Politik sollten nicht die gut bewährte langjährige Partnerschaft beeinflussen, meinte er. „Deutschland gehört zu unseren führenden Partnern, wir schauen mit Optimismus in die Zukunft und hoffen auf weitere Zusammenarbeit“, betonte Rein. Es gebe noch viele Bereiche für langfristige, dynamische Partnerschaftskooperationen, von denen beide Seiten gleichermaßen profitieren können, etwa beim Austausch von wissenschaftlich-technischen Informationen, der Entwicklung der öl-chemischen Industrie, beim Jugendaustausch und Kurorttourismus.

Die Russlanddeutschen und die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland als deren Vertreter sehen sich in der Landespartnerschaft als Brücke zwischen Niedersachsen und der Region Tjumen, hob Lilli Bischof hervor. In Tjumen traf sich die landsmannschaftliche Delegation auch mit den Aktiven des Gebietszentrums für deutsche Kultur. Dazu versammelten sich rund 20 Aktive mit verschiedenen Problemstellungen und Fragen, die in einer stundenlangen Gesprächsrunde von Lilli Bischoff und anderen Vertretern aus Niedersachsen beantwortet wurden. Am gleichen Tag beteiligten sich die deutschen Gäste auch an einem Arbeitskreis der Leiter und Vorstandsmitglieder der örtlichen  russlanddeutschen Organisation des Gebiets Tjumen, darunter auch Vertreter des Jugendklubs „Jugendland“. In aufschlussreichen Berichten und Präsentationen wurde die Aktivitäten vor Ort und die Zukunftsprojekte vorgestellt und diskutiert.

Auch in der alten Stadt Tobolsk wurden die Niedersachsener von Vertretern der Stadtverwaltung mit der Ersten stellv. Stadtbürgermeisterin Jana Subowa und Vertretern des Zentrums der deutschen Kultur in Tobolsk (Leiterin Irina Dmitrijewa), einer Filiale der regionalen Organisation Gebietszentrum für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen, empfangen. „Wir freuen uns, dass wir auch junge Menschen in unserer Delegation haben. Sie sind Kinder von Deutschen aus Russland, die noch ganz jung mit ihren Eltern nach Deutschland kamen oder dort geboren wurden. Wir haben sie mitgenommen, damit sie das Land ihrer Eltern und Großeltern kennen lernen. Denn ohne das Wissen um die Vergangenheit der eigenen Volksgruppe kann man keine Zukunft aufbauen“, betonte Lilli Bischoff.

Abgerundet wurde der Aufenthalt im Gebiet Tjumen mit einem Tagesbesuch im Dorf Jurginskoje, wo ein Treffen mit den örtlichen Russlanddeutschen stattgefunden hat. Die Gastgeber präsentierten die Aktivitäten der Nationalen Kulturautonomie des Rayons Jurginski. Und die Gäste aus Deutschland berichteten über die Aktivitäten der Landsmannschaft und das Leben der Landsleute in Deutschland. Anschließend wurde gemeinsam der Advent gefeiert. Die Niedersachsener ließen sich auch die Beteiligung am „Wettbewerb junger Familien“ mit einem Skiausflug in den verschneiten Wald nicht entgehen. Da in Deutschland der Schnee auf sich warten ließ, war es für alle eine bleibende Erfahrung – für manche wie aus der fernen Kindheit in der alten Heimat.

 

VadW

 

 

Adventsempfang der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

 

Einen ausgelassenen Ex-Kanzler erlebten die Gäste des Adventsempfanges der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland am vergangenen Freitag. Gerhard Schröder fand am Ende der Veranstaltung im Tagungshaus St. Clemens in Hannover den „richtigen Ton“ beim Singen mit den anwesenden Chorgemeinschaften der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland aus Hannover und Gifhorn sowie Gästen aus der Ukraine. Es gab spontanen Szenenapplaus für diese „Zugabe“, die die Herzen berührte.

 

Zuvor hatten die Gastredner, darunter Klaus-Peter Bachmann als stellvertretender Landtagspräsident, Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe Niedersachsen, Editha Lorberg, MdL und Aussiedlerbeauftragte der CDU-Landtagsfraktion und BDV-Landesvorsitzende, Klaus Engemann vom Niedersächischen Ministerium für Inneres und Sport und Michaela Michalowitz, stellvertretende Regionspräsidentin in Anwesenheit der Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover, Regine Kramarek, vor allem ihre tiefe Verbundenheit zur Landesgruppe betont. Man pflege seit Jahrzehnten eine besondere Willkommenskultur, die von gegenseitigem Respekt geprägt sei. Die Deutschen aus Russland seien ein Gewinn für die Gesellschaft vor dem Hintergrund ihrer Kultur und auch ihrer Sprache, die es zu pflegen gilt.

 

Begrüßt hatte die Gäste eingangs die Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen, Lilli Bischoff, mit sehr einfühlsamen Worten. Gemeinsam möchte man Weihnachten bewusst erleben und Traditionen weitergeben, hieß es immer wieder an diesem Abend, der unter dem Motto stand: „Deutsche aus Russland in Niedersachsen: Erinnerung bewahren – neue Heimat gestalten.“ Als Beweis der besonderen Kontakte und aus Dankbarkeit für ihr unermüdliches Engagement für die Landesgruppe erhielten Klaus-Peter Bachmann und Klaus Engemann die goldene Ehrennadel der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Die Landesvorsitzende Lilli Bischoff überreichte dem Vorsitzenden des Vereins Friedlandhilfe, Herrn  Karl-Heinz Keudel, eine Ehrenurkunde und die Katharinen-Medaille als Ausdruck der Dankbarkeit für die langjährige Unterstützung der Integrationsarbeit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Für die musikalischen „Pausen“ sorgten Alexandra-Emilia Jurk und Mariella Gauks aus Osterode, wie auch das Duett Maria Fischer und Alexander Ross. Sie berührten eindrucksvoll die Seelen. 

 

„Das abgelaufene Jahr sei spannend und abwechslungsreich gewesen. Es steht für die Deutschen aus Russland unter einem besonderen Stern“, meinte Lilli Bischoff. Sie wies darauf hin, dass vor 250 Jahren unter einer Deutschen, Zarin Katharina II., die wechselvolle und dramatische Geschichte der Deutschen aus Russland begann, von der Auswanderung und Ansiedlung unter anderem an der Wolga, in der Ukraine, im Kaukasus, Wolhynien, Bessarabien und am Schwarzen Meer, über zahlreiche Höhen und Tiefen, bis zur Rückkehr in das Land der Vorväter und gelungener Integration. Etwa 2,7 Millionen russlanddeutscher Heimkehrer, Aussiedler und Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion leben heute in Deutschland, die meisten davon hätten sich erfolgreich in ihrer neuen Heimat integriert. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland besteht seit nunmehr 50 Jahren und bildet die Interessenvertretung, Hilfsorganisation und Kulturverein der Deutschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Ein Bericht von Hartmut Kölling

 

Bundesdelegierten-Versammlung in Kassel

 

Vom 21./22. fand in Kassel die Bundesdelegierten-Versammlung der Deutschen aus Russland mit Neuwahl statt.
Die Landesvorsitzende Lilli Bischoff wurde zur Stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. 

 

„EINSATZ FÜR MENSCHEN, DIE SICH SELBER NICHT MEHR HELFEN KÖNNEN!“ ZENTRALE GEDENKFEIER DER LANDSMANNSCHAFT IN FRIEDLAND am 12.09.2015


Viele Einheimische haben sich über die Jahrzehnte hinweg für uns eingesetzt, und nun ist es an uns, für Menschen (sprich: die Flüchtlinge und Asylsuchenden, die in diesen Tagen zuhauf in Deutschland Schutz suchen) einzutreten, die sich selber nicht mehr helfen können.“

 

Auf diesen Satz aus der Rede der Vorsitzenden der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Lilli Bischoff, in ihrer Begrüßungsrede bei der zentralen Gedenkfeier des Verbandes am 12. September in der Kirche St. Norbert im Grenzdurchgangslager Friedland konnten sich alle Redner im Rahmen der Feierstunde einigen. Die Festrednerin Cornelia Rundt, niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, ebenso wie der Präsident des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, und der Vorsitzende der Landsmannschaft, Waldemar Eisenbraun.

Dieser Satz und das damit verbundene Engagement entspreche, so die Redner, auch dem Motto der Gedenkfeier, „Erinnerung bewahren, neue Heimat mitgestalten. 250 Jahre russlanddeutscher Geschichte“. Denn das, was die Flüchtlinge von heute erleben, hätten die Deutschen in der Sowjetunion Stalins vor 70 Jahren am eigenen Leib verspüren müssen.

Gerade auch angesichts der dramatischen Entwicklungen der Gegenwart sei Friedland, so Bernd Busemann in seinem Grußwort, besser als jeder andere Ort in Deutschland geeignet, an die Opfer von Flucht und Vertreibung zu erinnern. Ebenso wichtig sei es, zu betonen, dass Zuwanderung auch eine Chance für die Gesellschaft bedeute.

An diese Feststellung knüpfte Cornelia Rundt an, indem sie die zahlreichen Studien erwähnte, die den Zuzug der Aussiedler und Spätaussiedler als Gewinn für Deutschland nachgewiesen hätten. Ihre Aufnahme sei eine "Investition in die Zukunft" gewesen. Die gemeinsame Erinnerung an Flucht und Vertreibung, die künftig im Museum Friedland dokumentiert werde, sei zudem ein wirksamer Schutzschild für jede Form von Extremismus.

Waldemar Eisenbraun bedankte sich ebenso wie Lilli Bischoff beim Land Niedersachsen, das für die Deutschen aus Russland eine "besonders wohlwollende Atmosphäre" geschaffen habe. Für Menschen, die sich "still und leise" vorbildlich integriert und negative Vorurteile längst widerlegt hätten. Und für die es eine Selbstverständlichkeit sei, Menschen, die zu uns kommen, würdevoll zu empfangen. Gleichzeitig werde die Landsmannschaft immer wieder an das Recht der Deutschen auf der Krim und in der Ostukraine erinnern, verbesserte Bedingungen für die Aussiedlung nach Deutschland zu erhalten.

Ein weiteres Grußwort sprach Natalia Matschuga, Vorsitzende des "Gebietszent­rums für Bildung, Methodik und deutsche Kultur Tjumen", mit dem die Landesgruppe Niedersachsen partnerschaftlich verbunden ist.

An Flucht und Vertreibung, wie sie bereits in der Bibel dargestellt werden, erinnerten auch Pastor Martin Steinberg (Friedland) und Pfarrer Rainer Hoverath (Erzbistum Köln) in ihren Andachten bei der Feierstunde und bei der Kranzniederlegung vor der Friedlandglocke.

Für die bewegende musikalische Umrahmung sorgten die Chöre "Heimatmelodie" (Hannover), der Chor der Ortsgruppe Osnabrück sowie ein Frauenchor und ein Männerchor aus Badenhausen.

Traditioneller Abschluss der Gedenkfeier war die Kranzniederlegung am Heimkehrerdenkmal auf dem Hagenberg.

 

„Sport verbindet  – Vielfalt auch“ - interkulturelles Sportfest in Friedland

 

Seit Jahren veranstaltet die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland internationale Sport- und Kulturfeste in Kooperation mit dem Grenzdurchgangslager Friedland, zu dem nicht nur Spätaussiedler, sondern auch die Bewohner der Aufnahmeeinrichtung und der Gemeinde eingeladen werden. Auch das internationale Sportfest am 11. Juli 2015 in Friedland unter dem Motto „Sport verbindet  – Vielfalt auch“ wurde wiederholt ein Erfolg – es herrschte eine freundschaftliche Atmosphäre, die alle Teilnehmer und Gäste ansteckte und mitnahm. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport, der Verwaltung und Mitarbeiter des Grenzdurchgangslagers Friedland, der Mitglieder des Landesvorstandes und zahlreicher Ortsgruppen. Die Schirmherrschaft übernahm der Niedersächsische Innenminister, Boris Pistorius.                                                                                                  

Zahlreiche Gäste aus Politik und Öffentlichkeit, Sportfreunde und Landsleute aus den Ortsgruppen Barsinghausen, Celle, Hannover, Nienburg, Wolfsburg, Peine, Salzgitter und Osterode am Harz sowie Lagerbewohner aus verschiedenen Ländern versammelten sich zum Fest am Sportplatz Friedland. Den einstimmenden Auftakt zur Eröffnung, die von Henrik Reimer moderiert wurde, machten Malvina Köln und Olesja Keln aus Peine mit einer Turnpräsentation.                                                                                                                                                    
Lilli Bischoff, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste zum interkulturellen Sportfest 2015. Kurze Grußworte sprachen Heinrich Hörnschemeyer (Standortleiter des Grenzdurchgangslagers Friedland), Heinrich Zertik MdB (Mitglied der Aussiedlerbeauftragten-Konferenz der CDU Deutschlands, Vorsitzender des Bundesnetzwerks Aussiedler der CDU Deutschlands), Klaus-Peter Bachmann MdL (Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, SPD), Petra Joumaah MdL (Mitglied im Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration, CDU), Karl-Heinz Hausmann MdL (Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Osterode am Harz, Mitglied des Ausschusses für Inneres, Sport und Integration im Landtag Niedersachsens), Klaus Engemann (Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Leiter des Referats 63), Alptekin Kirci (Niedersächsische Staatskanzlei, Verbindungsbüro zur Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Referatsleiter 02).                                            
Im Laufe des Tages wurden Freundschaftsspiele in Minifußball, Volleyball, Tischtennis und Schach ausgetragen, an denen sich mit viel
 Elan Sportfreunde aus unterschiedlichen Nationen beteiligten. Bei der Organisation und Durchführung hatte, wie schon in den vorigen Jahren, Alexander Rudi (Wolfsburg) das Zepter in der Hand.
Auch für die jüngeren Gäste gab es jede Menge Spiel und Spaß auf der Spielmeile, die ebenfalls von den Aktiven der Landesgruppe betreut wurde: das Kinderschminken hatten Eugenia Arestov (Hannover) und Melissa Kiefer (Peine) in kreativer Hand, beim Glücksrad spielte Lisa Krebs (Barsinghausen) die Zauberfee, die Süßigkeiten-Wurfmaschine bedienten Marianna Neumann (Hannover) und Larissa Steer (Salzgitter), beim Kegeln ging den Kindern Nataliya Naumenko (Hannover) zur Hand, und bei den Wasserspielen, die entsprechend der Wetterlage gern in Anspruch genommen wurden, war Anna Welz (Hannover) die Wirtin.                                                                                                                                    
In der Zwischenzeit gab es ein Mittagsangebot am Grillplatz des Grenzdurchgangslagers Friedland, wo sich Sportler und Zuschauer mit Würstchen, Salaten, Brötchen und Getränken stärken konnten – alles vorbereitet von den Aktiven der Ortsgruppen Nienburg, Barsinghausen und Salzgitter.                                                                     
Auch dieses Sportfest zeigte wiederholt, dass Sport weder Grenzen noch Sprachhürden kennt und jederzeit eine freundschaftliche Kommunikationsatmosphäre schafft, wo sich jeder wohl fühlt – unabhängig davon, aus welchem Land man kommt oder welche Hautgarbe man hat.                                                                                         
Die Siegerehrung und
 Preisverleihung an Sportler fand in bester Stimmung im Rahmen eines Kulturnachmittags mit Gesang und Tanz und zahlreichen Zuschauern im Haus 4 (Speiseraum) stattIn ihren Ansprachen betonten die Landesvorsitzende Lilli Bischoff, Johann Schustek, stellvertretend für den Bürgermeister der Gemeinde Friedland, und Inge Pfitzner, stellvertretende Vorsitzende der „Friedlandhilfe e.V.“, die große Bedeutung von solchen Veranstaltungen, die ein besseres Kennenlernen und Verständnis füreinander fördern und mit einem guten Beispiel in Sachen Willkommenskultur in Deutschland vorangehen. „Wir sprechen nicht nur über die Willkommenskultur, wir leben sie wie hier bei diesem Sportfest“, so Bischoff.                                                              
Die aktivsten Teilnehmer wurden anschließend mit Pokalen und Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme am Sportfest ausgezeichnet. Beim Minifußball-Turnier (durchgeführt von Alexander Rudi) ging der große Pokal an die Fußballmannschaft Friedland 1 (Friedland-Bewohner aus Afghanistan), auf den 2. Platz spielte sich die Fußballmannschaft vom Sportverein Peine, der 3. Platz ging an die Fußballmannschaft "Kobane" aus Barsinghausen, und am 4. Platz landete wiederum die Fußballmannschaft Friedland 2 (Friedland-Bewohner).                                                                                                                               
Beim
 Volleyballturnier (durchgeführt von Viktor Horn) dominierten die Mannschaften von GDL Friedland, die sich aus den Lagerbewohnern zusammensetzten: Volleyballmannschaft Irak (1. Platz), gemischte Volleyballmannschaft Friedland (2. Platz), Volleyballmannschaft Goslar (3. Platz), Volleyballmannschaft Eritrea (4. Platz).

Das Tischtennisturnier (durchgeführt von Eugen Major) gewann Johann Meier, ihm folgte Demler Sergej (2. Platz), auf den 3. Platz spielte sich Denis Demler (alle drei Spätaussiedler und Neuankömmlinge, Friedland-Bewohner), auf dem Platz 4 landete Nikolaj Köln (Peine).
Im Schachturnier (durchgeführt von Artur Neumann) war Pavel Olejnikov der stärkste Spieler, ihm folgten Najib Safi (2. Platz) und Adam Abrishani (3. Platz), beide Bewohner von GDL Friedland.
Das anschließende Kulturprogramm gestaltete der Chor Harz“ mit deutschen und russischen Volksliedern. Spontan meldete sich mit Gesang (in Deutsch und Russisch) zur Gitarre Alexander Demler, Spätaussiedler und vor kurzem erst in Friedland angekommen. Gute Stimmung verbreiteten mit folkloristischen und modernen Tanzkreationen zur internationalen Musik die Tanzgruppen der Landsmannschaft Peine: Tanzgruppe „Potschemutschki“ mit den Geschwistern Alex und Jennifer Jäkel („Rumba“ und  „Samba“), Tanzgruppe „Mirasch“, Frauentanzgruppe „Russisches Herz“ („Kadril“ und „Tanz mit Hüten“) sowie Laura Braun mit einer Turnpräsentation. Zwar hätten die Deutschen aus Russland andere geschichtliche, religiöse und gesellschaftliche Hintergründe als viele andere Zuwanderergruppen, es eint sie jedoch der Wunsch, in der neuen Heimat Deutschland in Frieden und Freiheit leben zu können und sich geborgen zu fühlen. „Aus diesem Wunsch heraus ist die Idee entstanden, ein Sportfest unter dem Motto Sport spricht alle Sprachen als multinationales Forum zu veranstalten. Die Tradition wollen wir auch weiter fortsetzen“, betonte in ihrem Schlusswort die Landesvorsitzende Lilli Bischoff.  

VadW          

                                                                                                                                                                    
Fotos: Olga Major

 

 

34. Tag der Niedersachsen vom  26.06.2015 bis 28.06.2015 in Hildesheim


​Bei den Feiern zum 34. Tag der Niedersachsen, ein Landesfest des Ehrenamtes, die diesmal in Hildesheim  ausgerichtet wurden, war auch die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit der Vorsitzenden Lilli Bischoff dabei.

Im Niedersachsendorf (Festmeile  Rathausstraße und Zingel) präsentierte sich vom 26.06.2015 bis 28.06.2014 die Landesgruppe Niedersachsen zusammen mit dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport (Projekt Museum Friedland), der Niedersächsischen Staatskanzlei, Bund der Vertriebenen und Verband der Siebenbürger Sachsen mit einem Informationsstand.  Mit Kinderaktionen und Informationsmaterialien hat die Landesgruppe Niedersachsen -  die Landesvorsitzende, Lilli Bischoff,  die Vorsitzende der Ortsgruppe Hannover, Marianna Neumann, der Vorsitzende der Kreisgruppe  Osterode, Eugen Major, die Projektleiterin, Nataliya Naumenko die Praktikantin, Eugenia Makagonov und der Politikwissenschaftstudent aus Göttingen-Henrik Reimer,  die zahlreiche Themen zu Integration und gesellschaftlichen Leben der Deutschen aus Russland hautnah und zum Anfassen aufbereitet. Die Interessenten wurden ausführlich beraten und konnten feststellen, wie vielfältig und abwechslungsreich die Arbeit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Niedersachsen ist.

Es wurden vom „Team Politik zu Anfassen“ zahlreiche Interviews geführt.

Es wurden auch zahlreiche Gespräche mit dem Vertreter des Innenministeriums des Landes Niedersachsen durchgeführt, darunter mit dem Referatsleiter des Referats 63 Herrn Klaus Engemann,  sowie auch mit dem Herrn Oliver Krüger und Herrn Bittner, die das entstehende Museum Friedland präsentierten,, durchgeführt.

Der Infostand der Landesgruppe  Niedersachsen war ein attraktives Ziel auch für  die kleinen Gäste, weil dort das Kinderschminken von Eugenia Makagonov angeboten wurde.  Die zahlreiche schön bemalten Kindergesichter machten Spaß für Groß und Klein.

Es werden viele Fotos gemacht, die freundliche und warme Atmosphäre sorgte für gute Laune und erfolgreiche Zusammenarbeit

 

Lorberg: CDU-Fraktion startet neues Forum für Aussiedler und Heimatvertriebene – Unterstützung und Dialog intensivieren

Die CDU-Landtagsfraktion im Niedersächsischen Landtag hat eine neue Gesprächsplattform für den Austausch mit Spätaussiedlern und Heimatvertriebenen initiiert. Dazu kamen am 14.04.2015 Abgeordnete der CDU-Fraktion mit Vertretern verschiedener Verbände zum „Forum für Aussiedler- und Heimatvertriebenenfragen” zusammen. Ein zentrales Thema des Treffens war die Lage der deutschen Minderheit in den Kriegsgebieten der Ost-Ukraine. „Diese Menschen brauchen unsere Hilfe – wir brauchen kurzfristige Entscheidungen auf Bundesebene, damit die Betroffenen schnell nach Deutschland aussiedeln können”, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Editha Lorberg.                                                                                                                                             Ein weiteres Thema des Forums war die Intensivierung bestehender Partnerschaften, wie beispielsweise mit Schlesien. „Die Schlesier haben Niedersachsen nach dem Zweiten Weltkrieg wie kein anderes Bundesland geprägt. Gerade deswegen müssen die Kontakte erhalten und gepflegt werden”, sagte Lorberg. Besonders wichtig seien dazu Besuche vor Ort sowie die Förderung deutschsprachigen Unterrichts in schlesischen Schulen. In Niedersachsen selbst müsse mehr für die Unterstützung der zahlreichen Heimatmuseen und Sammlungen getan werden, die von den verschiedenen Vertriebenengruppen unterhalten werden. „Die CDU-geführte Landesregierung hatte ein Investitionsprogramm für kleine Museen ausgeschrieben, das durch Rot-Grün eingestellt wurde”, so Lorberg. „Heute stehen ungefähr 30 Prozent dieser Einrichtungen vor der Schließung. Hier ist die Landesregierung gefordert endlich eine dauerhafte Lösung für diesen kulturellen und historischen Schatz Niedersachsens zu finden.”                                                                                                                                                      Pressemitteilung der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag    

 

                                                                         

Besuch der Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig und Fritz Güntzler im Grenzdurchgangslager Friedland


​In Friedland besteht die Besonderheit, dass das Land Niedersachsen am historischen Ort bei weiter laufenden Aufnahmebetrieb des Grenzdurchganglagers Friedland ein zeitgeschichtliches Museum zu den Themen Flucht, Vertreibung, Migration und Integration errichte", sagte Klaus Engemann, Referatsleiter im Niedersächsischen Innenministerium, im Rahmen eines Informationsbesuches von Klaus Brähmig, Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und nationalen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion am 9. April 2015. Brähmig besuchte das Grenzdurchgangslager Friedland in Begleitung des örtlichen Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler, um sich über die Aufnahme von Spätaussiedlern und den aktuellen Umsetzungsstand des Museums Friedland zu informieren. Klaus Engemann führte die anwesenden Gäste in die Thematik ein, indem er die bald 70-jährige Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland nachzeichnete.                                                                 
Im Anschluss informierte Projektleiter Oliver Krüger über die Grundzüge des Museumskonzepts.
Unter dem Titel „Abschied, Ankunft, Neubeginn" wird das Museum Friedland bis 2020 in drei Bauabschnitten realisiert. Der erste Bauabschnitt - die Sanierung und museale Aufbereitung des historischen Bahnhofsgebäudes von 1890 - befindet sich in der Umsetzung und wird bis Jahresende 2015 abgeschlossen (Eröffnung im März 2016).
 Als weitere Bauabschnitte folgen das Besucherzentrum und die Akademie.                                                                 
Als Ehrengast und Zeitzeugin des Museumsprojekts Friedland nahm Lilli Bischoff,
Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, am Besuchsprogramm teil. Sie berichtete von ihren Erinnerungen an ihre Ankunft im Grenzdurchgangslager Friedland im Jahre 1988 und ihre ersten Jahre in Niedersachsen. Schon bald nach ihrer Ankunft in Deutschland habe sie begonnen, sich in der Landsmannschaft zu engagieren und andere Russlanddeutsche bei ihrer Eingliederung in Niedersachsen zu unterstützen. Den Abschluss des Programms bildet ein Rundgang über das Außengeländes des Grenzdurchgangslagers und der Besuch der Baustelle Museum Friedland im historischen Bahnhofsgebäude.
  
VadW-Info 

 

Schirmherrschaft über die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft

 

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius hat die Schirmherrschaft über die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Landesgruppe Niedersachsen übernommen.

 

Pistorius sagte, die Übernahme der Schirmherrschaft sei eine Wertschätzung für alle in Niedersachsen lebenden Aussiedler und Spätaussiedler und deren erfolgreiche Integrationsleistung. „Sie engagieren sich für ein gedeihliches Miteinander, für Freiheit, für Demokratie und für die Völkerverständigung in Europa”, so der Innenminister.

Pistorius überreichte der Vorsitzenden der Landesgruppe Niedersachsen, Lilli Bischoff, vor zahlreichen Gästen im Gästehaus der Landesregierung die Schirmherrschaftsurkunde. Mit der Schirmherrschaft sollen landesweit die Pflege und Weiterentwicklung des Kulturerbes der Volksgruppe gefördert werden. „Die Schirmherrschaft ist ein Zeichen, dass Sie in Niedersachsen jederzeit willkommen sind und sich hier Zuhause fühlen können”, sagte der Innenminister.

Die Gruppe der Aussiedler bildet mit 400.00 bis 500.00 Menschen die größte Zuwanderungs-gruppe in Niedersachsen. „Niedersachsen fühlt sich der Volksgruppe der Deutschen aus Russland besonders verbunden, da viele Aussiedler und Spätaussiedler über das Grenzdurchgangslager Friedland nach Deutschland eingereist sind”, sagte der Minister.

Pistorius kündigte an, die Schirmherrschaft mit zahlreichen Aktivitäten ausfüllen zu wollen. Beispielhaft nannte er die Schirmherrschaft für das Sportfest der Landsmannschaft in Friedland, das unter dem Motto „Integration durch Sport” allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Aufnahmeeinrichtung offen steht.

Die Landsmannschaft vertritt die Interessen derjenigen Deutschen, die innerhalb der ehemaligen Sowjetunion vertrieben wurden und nach dem zweiten Weltkrieg im Verlauf von Jahrzehnten nach Deutschland übersiedelten. So engagiert sich die Landsmannschaft beispielsweise im Kulturbereich, informiert in Schulen zur Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland, leistet Kinder- und Jugendarbeit, organisiert Nachhilfeunterricht, Betreuungsangebote, Sportveranstaltungen, Seniorentage und bietet Vorträge zu verschiedenen Lebenslagen und Themen an. Die Landsmannschaft pflegt darüber hinaus vielfältige Kontakte zu den Landsleuten in den Herkunftsgebieten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung.

 

Pressemitteilung
des Niedersächsischen
Ministeriums für Inneres und Sport

 

Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.

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